Anfang Oktober 2019 haben wir unsere Sachen gepackt und sind dann mal los. Das war natürlich keine unüberlegte Handlung, sondern seit längerem geplant. Und nach etlichen Besuchen unserer neuen Wahlheimat, stand für uns fest, dass wir es wagen: Wir wollten einfach „was Nuis“ erleben und etwas von der Welt sehen.

Ankunft in Kroatien

Nachdem alle Formalitäten zum „Auszug aus 'Stotzingen“ erledigt waren, fing hier die ganze Prozedur erneut an, was aber trotz geringer Sprachkenntnisse super geklappt hat. Bei den Behörden wie auch im Privaten sind die Leute hier sehr selbstlos und hilfsbereit und wir haben schnell Anschluss und Freunde gefunden.

Hier gibt es keine sogenannte deutsche Community, so dass wir ausschließlich mit hiesigen Menschen Kontakt haben, was unserer Sprachentwicklung sehr geholfen hat und immer noch hilft. Kroatisch lernen ist gar nicht so einfach. Es gibt sieben grammatikalische Fälle und ähnliche Hürden – und zudem wird hier nicht das „Schul-Kroatisch“ gesprochen, sondern Istrisch. Aber es ist eine tolle Herausforderung.

Die Adria liegt direkt vor ihrer Haustür: Maria-Katharina und Jochen Franz schwimmen und angeln gerne oder besuchen mit ihrem Boot nahegelegene kleine Inseln.
Die Adria liegt direkt vor ihrer Haustür: Maria-Katharina und Jochen Franz schwimmen und angeln gerne oder besuchen mit ihrem Boot nahegelegene kleine Inseln.
© Foto: privat

Pula ist eine faszinierende und sehr geschichtsträchtige Stadt. Die ältesten Funde stammen aus etwa 6000 v. Chr. 177 v. Chr wurde es von den Römern erobert, später folgte die venezianische Herrschaft, danach Österreich-Ungarn. Dies spiegelt sich auch in der Vielseitigkeit und Weltoffenheit innerhalb der Bevölkerung wider.

Nach einer Eingewöhnungszeit haben wir unsere Firma gegründet und Ende Februar 2020 (pünktlich zum Saisonstart) unser Studio eröffnet. Maria-Katharina betreibt hier in Pula, Kroatien, ihr Tattoo-Studio weiter, ich (Jochen) habe ein Grafik- und Print-Geschäft. Eine gemeinsame Firma, beides in den gleichen Räumlichkeiten, das war schon immer unser Traum.

Lockdown machte einen Strich durch die Rechnung

Dummerweise hat uns dann der erste Lockdown einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten ist alles ganz gut angelaufen, so dass Maria auch schon einen ersten „Lehrling“ hat. Die „zweite Welle“ geht auch vorüber und wir schauen sehr optimistisch in die Zukunft.

Die wunderschöne Natur in Istrien erkunden die Auswanderer gern bei Ausflügen.
Die wunderschöne Natur in Istrien erkunden die Auswanderer gern bei Ausflügen.
© Foto: privat

Neben Pula hat Istrien noch viel mehr zu bieten: eine beeindruckende Natur, die wir mit Begeisterung erkunden. Wandern, Kräuter und Pilze sammeln oder einfach nur die Gegend genießen. Dazu kommen die Nationalparks und unzählige weitere Sehenswürdigkeiten in den zahlreichen umliegenden Dörfern und Städtchen.

Und natürlich nicht zu vergessen: die Adria, welche direkt vor unserer Haustüre liegt. Hier halten wir uns sehr gerne auf. Schwimmen, Angeln oder mit unserem Boot die unzähligen naheliegenden Inseln besuchen.

Kostenlose Kultur in Pula

Kulturell ist in Pula auch einiges geboten. Konzerte, Ausstellungen, etc – und zu unserer Verwunderung ist vieles kostenlos. Hier trifft sich Jung und Alt, um zusammen die Zeit zu genießen. Wir fühlen uns angekommen, herzlich aufgenommen und haben es noch keine Sekunde bereut, diesen Schritt gewagt zu haben.

Was wir an Deutschland vermissen?

Außer Freunde und Familie eigentlich nicht viel. Es ist gar kein so großer Unterschied zur alten Heimat. Neben den einheimischen Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier auch viele Geschäfte, wie wir sie von zu Hause kennen wie etwa Bauhaus, Kaufland, dm, usw.




In Pula gibt es für Maria-Katharina und Jochen Franz aus Oberstotzingen eine Menge zu entdecken - besonders das kulturelle Angebot finden die beiden spannend.
In Pula gibt es für Maria-Katharina und Jochen Franz aus Oberstotzingen eine Menge zu entdecken - besonders das kulturelle Angebot finden die beiden spannend.
© Foto: privat

Oh doch, Moment. Es gibt doch etwas, das wir vermissen und was hier nirgends angeboten wird: „An warma LKW mit ABS“. Und was wir nicht vermissen: Schnee-Schippen, Frieren und Nebel.

Brücken in alle Welt

Jedes Jahr berichten Auswanderer aus dem Kreis Heidenheim bei „Brücken in alle Welt“ über ihr Leben im Ausland: Hier gibt es ihre Geschichten zu lesen.