Stetten ob Lontal / HZ Der „Neandertalerweg“ führt vom Archäopark Vogelherd bei Stetten ob Lontal durch das von der Unesco als Welterbe gewürdigte eiszeitliche Lonetal. Eine entdeckungsreiche Tour für die ganze Familie.

Urlaub in der Heimat ist ein Trend im Corona-Jahr 2020. Auch der Landkreis Heidenheim hat viel zu bieten. Nicht zuletzt gilt das für das Lonetal, in dem vor 40 000 Jahren die Eiszeitmenschen lebten. Auf deren Spuren hält das „Höhlenreich“ manche Entdeckung für die ganze Familie bereit, wie das Tourismusteam aus dem Landratsamt in seinen neuesten Ausflugstipps zeigt.

Im Lonetal haben sich die Menschen bereits vor 40 000 Jahren mit Kunst und Musik beschäftigt: Sie schufen den Löwenmensch, schnitzten Vogelherdpferdchen und Mammuts aus Mammutelfenbein – allesamt mit zu den ältesten derzeit bekannten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte zählend. Die Fundorte, genauer gesagt die Höhlen im Ach- und Lonetal, sind Teil des Unesco-Welterbes „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“.

Auf dem Neandertalerweg durchs Lonetal

Auf der zwölf Kilometer langen Albschäfer-Zeitspur „Neandertalerweg“ kann man einen ganzen Tag lang dieses Teilgebiet des Welterbes durchstreifen und die Abgeschiedenheit des Talabschnitts genießen. Egal ob man am gebührenpflichtigen Parkplatz des Archäoparks Vogelherd bei Stetten ob Lontal oder am großen Wanderparkplatz an der L 1168 startet: Gleich zu Beginn sollte man sich im Archäopark auf die Geschichte der Eiszeitkünstler und -jäger einstimmen lassen, denn am Fundort von Mammut- und Wildpferdfigur wird das Leben der ersten Menschen und ihr Lebensraum spannend dargestellt. Mit dem neuen lebensgroßen Mammut ist auch ein ganz besonderes Fotomotiv gesichert und die derzeitige Sonderausstellung zu den Raubtieren der Eiszeit vermittelt einen Eindruck über die damals herrschende Wildnis des Tals.

Vom Archäopark ins Tal

Nach einer ersten Stärkung im Parkcafé kann man sich dann gemächlich auf die Wanderung begeben. Vom Archäopark aus geht es den grünen Wegweisern nach Richtung Parkplatz Lonetal und Hohlenstein-Höhlen. Die Markierungstäfelchen mit dem kleinen Neandertaler darauf zeigen den Weg. Vom großen Wanderparkplatz aus geht es ins Tal hinein und man schlendert zunächst bequem dahin. An der Brücke beim Rahmenstein quert der Weg die hier meist trockene Lone und bald ist das Höhlenmassiv Hohlenstein erreicht – bekannt als Fundort des Eiszeit-Kunstwerks Löwenmensch.

Kurz nach dem Hohlenstein führt ein Pfad rechts hinauf in den Wald. Das Zeichen des Neandertalers darf man hier nicht aus den Augen verlieren und es führt von oben heran zu einer Holzhütte oberhalb der Bocksteinhöhle. Die Funde aus dieser Höhle zählen zu den wichtigsten Zeugnissen der Neandertaler in Süddeutschland. Mehr zu erfahren ist auf der Infotafel am Fuße des Felsmassivs, der über einen nicht gerade leicht begehbaren schmalen Pfad erreicht wird. Einen Zwischenstopp am Höhleneingang sollte man nur mit ausreichendem Abstand einlegen, denn das Höhlendach ist leider einsturzgefährdet.

Unten angelangt geht es am Waldrand entlang nach links weiter und dann auf einem Waldweg wieder hoch in den Wald. In der Nähe vom Weiler Lindenau mit beliebter Ausflugsgaststätte gelangen die Wanderer an den Waldrand, ehe es wieder zurück Richtung Stetten geht. In Stetten führt der Weg am Gasthof Mohren und über eine schöne Kastanienallee vorbei am Rittergut Stetten in den historischen Ortskern. Mit dem Besuch der barocken Wallfahrtskirche mit einer Kopie der Schwarzen Madonna lässt sich der Tag im Lonetal stimmungsvoll abschließen.

Die Tourenbeschreibung findet man im Freizeit- und Tourenportal unter www.heidenheimer-brenzregion.de, Informationen zum Archäopark gibt es unter www.archaeopark-vogelherd.de.

Der Archäopark bei Stetten ob Lontal stellt in der aktuellen Sonderausstellung Vogelherd und Fetzershaldenhöhle als unterschiedliche Fundstätten vor und präsentiert die Raubtiere der Eiszeit.

Der Archäopark Vogelherd hat ab sofort zwei neue Attraktionen für Besucher zu bieten: die Sonderausstellung „Wildes Lonetal“ mit Originalfunden und die monumentale, lebensgroße Figur eines Wollhaarmammuts.

Eine Abkürzung für Familien

Für Familien empfiehlt es sich, den Neandertalerweg abzukürzen und den Archäopark Vogelherd am Ende der Tour zu besuchen. Der neue Wasserspielplatz vor dem Park, das große Mammut und die vielen Erlebnisplätze sind eine tolle Belohnung für kleine Wanderer.

Die kleinere, acht Kilometer lange Familienrunde führt vom großen Parkplatz an der Landesstraße nur bis zum Höhlenmassiv Hohlenstein, dann geht es gleich hoch Richtung Lindenau, am Waldrand entlang und durch den Wald hindurch über Stetten zum Archäopark.

Wer mit Outdoorkinderwagen unterwegs ist, meistert die erste Strecke bis zum Hohlenstein auf den Schotterwegen bestimmt locker. Der Rückweg nach Stetten ist dann mit einigen Wiesenwegen bestückt und deshalb etwas anspruchsvoller.