Der Samstagmorgen war für die Württemberger Ritter geprägt von einer Routine, die wohl auch schon ihre Vorfahren und Vorbilder aus dem Mittelalter kannten und ausübten: dem Blick zum Himmel. Denn der Himmel über dem Rittergut in Stetten sah nicht so aus, als könne der geplante Adventszauber seinen ganzen Zauber entfalten. Und dann schüttete es auch noch aus Strömen. Doch pünktlich zum Start hatte der Regen ein Einsehen, und was dann strömte, waren die Besucher, die sich im stimmungsvoll geschmückten Innenhof des Ritterguts einfanden, um sich mittelalterlich auf den Advent einstimmen zu lassen.

Schaukampf und Spektakel

Und die Ritter wären nicht die Ritter, würden sie nicht auch im Advent ihr Können zur Schau stellen. In Schaukämpfen maßen sie ihr Können und lieferten damit ein wahres Spektakel für die Besucher, die sich mit den gekonnten Fechtszenen so recht in die Zeit des Mittelalters zurückgesetzt fühlen durften. Köpfchen war gefragt beim Quiz im Skriptorium, das im Gebäude des Ritterguts zu bestaunen war. Welche Rolle die Schrift im Mittelalter gespielt hat, was es mit Beschriftungen auf Landkarten auf sich hat und vieles mehr – hier konnte mit Wissen gepunktet werden, wobei die mittelalterlichen Damen auch mit all ihrem Wissen um diesen vielleicht nicht unmittelbar mit dem Mittelalter verbunden Aspekt hilfreich zur Seite standen.

Der große Besuchermagnet war dann abermals die Feuershow zum Einbruch der Dunkelheit. Dem Feuer, so Vereinsvorsitzender Andi Windmüller, hätte etwaiger Regen nichts ausgemacht, aber das Besuchervergnügen doch eingedämmt. So aber blieben Feuer und Besucher trocken und die vereinseigene Feuertruppe der Württemberger Ritter konnte wie geplant das Spiel mit dem Feuer beginnen. Geradezu magische Momente schufen die Feuerritter und -ritterinnen mit dem gekonnten feurigen Einsatz mit vielen Finessen, der auch dieses Mal in seinen Variationen die Begeisterung der staunenden Zuschauer entzündete.

Nützliches aus dem Mittelalter

Drum herum gab es viel zu sehen und auch zu kaufen. Im Innenhof, im Gebäude, in der Säulenhalle, ja sogar im Gewölbekeller, wo sonst die Folterinstrumente die weniger nette Seite des Mittelalters zeigen, überall war Gestricktes, Genähtes, Getöpfertes zu bestaunen. Darunter waren durchaus auch Dinge, die auch die Menschen im Mittelalter zu schätzen gewusst hätten, wenn sie denn die dafür nötigen Techniken und Materialien bereits gehabt hätten. Hobbykünstler und Gewerbetreibende boten allerlei Nützliches und Dekoratives an, um Winter und Advent zu verschönern oder auch in jeder Jahreszeit einen guten Dienst leisten. Geschmeide, edle Steine, Kerzen, Karten und natürlich Adventskränze waren dort zu finden. Auch das im Übrigen etwas, das die echten Ritter noch nicht zelebrierten: Adventszeit war damals noch kein Begriff und auch Weihnachten war seinerzeit noch rein religiös und nicht in der heute gegenwärtigen Üppigkeit zelebriert. Gefallen hätte ihnen dieser durch und durch stimmungsvolle Markt aber sicher auch.