Gabriele Dalferth ließ eine fröhliche Melodie auf ihren eiszeitlichen Instrumenten ertönen, Mammut Zottel trötete dann und wann dazwischen – wäre nicht der strahlende Sonnenschein am Sonntag gewesen, die Besucher der Vernissage im Archäopark hätten sich direkt in die Eiszeit versetzt fühlen können.

Die Ausstellung „Jagd im Lonetal“ freilich tat dann ein Übriges, um das Geschehen vor rund 40.000 Jahren in unseren Gefilden deutlich zu machen. „Ohne die Jagd hätten die Menschen seinerzeit nicht überleben können“, so Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer in seiner Begrüßung und er wies auch darauf hin, dass es dabei nicht nur um Nahrung gegangen war: „Sehnen, Knochen, Haut, alles ist verwertet worden.“ Das Tier als Ressource und der nachhaltige Umgang mit dieser Ressource sei durchaus beispielgebend für die heutige Gesellschaft.

Marcus Bremer: noch keine Entscheidung zum Archäopark gefallen

Nun ist das Thema der Ausstellung zwar die eiszeitliche Jagd, doch freilich lag das sehr neuzeitliche Jagdthema ebenfalls in der Luft: die Jagd nach der Unterstützung des Landes Baden-Württemberg für den Archäopark und das Weltkulturerbe. Dies umso mehr, als jüngst seitens der Grünen-Fraktion ein aktueller Stand verkündet wurde. Marcus Bremer stellte jedoch klar: Eine Entscheidung gebe es noch nicht, die Gespräche dauerten noch an. Er hoffe, dass nach der Sommerpause Konkretes berichtet werden könne. Es brauche noch ein wenig Geduld.

„Geduld und Optimismus“, fügte Hermann Mader, der Vorsitzende des Fördervereins Eiszeitkunst im Lonetal, an. „Jeder Minister, der uns besucht hat, hat uns versichert, wie gut die Arbeit hier sei.“ Er sei deswegen optimistisch, dass er auch im nächsten Jahr dort eine Ausstellung eröffnen könne, wenn das Land zeige, dass das Welterbe wichtig sei, nicht nur als Alleinstellungsmerksmal für die Region, sondern als Verpflichtung den nachkommenden Generationen gegenüber. „Die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei.“

Bremer und Mader dankten allen Beteiligten, allen voran Anika Janas und Benjamin Schürch vom Archäopark, die diese Ausstellung umgesetzt hatten, aber auch der Stefan-Doraszelski-Stiftung, die in diesem Jahr wieder mit 7500 Euro unterstützt hatte. Er dankte auch den zahlreichen Besuchern der Vernissage: „Das ist ein deutliches Signal in Richtung Stuttgart, dass der Park erhalten werden muss.“

Vogelherd: kulturelle und technische Evolution

Benjamin Schürch schließlich ging auf die verschiedenen Jagdwaffen ein, die von der Wurfschleuder über die Blattspitze bis zu Speer und Harpune eingesetzt wurden – und das bezog sich dann wieder auf die eiszeitlichen Funde, die auch die technologische Entwicklung sehr gut nachvollziehbar machen. Der Vogelherd stehe damit nicht nur für die kulturelle Evolution, sondern auch für die in der Technologie. Dass dabei nicht nur Jäger am Werk waren, sondern auch Jägerinnen, davon sei in jedem Fall auszugehen: „Es ist unwahrscheinlich, dass in kleinen Gruppen auf diese Arbeitskraft verzichtet worden wäre“.

Landespolitiker Andreas Schwarz und Martin Grath (Grüne) Welche Lösung für den Archäopark Niederstotzingen in Sicht ist

Heidenheim