Nattheim / Joelle Schilk Im Mai will die Firma Hebel mit dem Abriss des ehemaligen katholischen Kindergartens in Nattheim beginnen, ab Oktober sollen dann die Bauarbeiten für 18 neue Wohnungen starten. Dabei sollen die Belange aller Generationen berücksichtigt werden.

Das erste Baugebiet im Westen von Nattheim ist noch nicht einmal vollständig abgeschlossen, da tut sich schon in unmittelbarer Nachbarschaft zu den „Krautgärten“ das zweite auf. Ort des Geschehens ist das ehemalige Grundstück des katholischen Kindergartens an der Goethestraße, der ja inzwischen ins Wiesbühlareal an der Schulstraße umgezogen ist. Wo früher Kinderlachen über die Straße schallte, herrscht nun seit einiger Zeit Ruhe – doch das wird sich bald ändern, denn das Gebäude soll noch Anfang Mai abgerissen werden.

Die Heinrich Hebel Wohnbau GmbH wird dort einen Mehrgenerationen-Wohnpark errichten, bestehend aus zwei Gebäuden mit jeweils neun Wohnungen. Im Spätsommer 2019 hat die Gemeinde Nattheim die Firma bereits aufgefordert, sich Gedanken über die Verwertung des Grundstücks zu machen, und da Bauplätze und Wohnraum knapp sind, schien eine solche Lösung nur naheliegend zu sein.

Je 630 Quadratmeter Wohnfläche

„Gewünscht war eine Nachverdichtung zu Wohnzwecken, und die sollte sich an der umliegenden Bebauung orientieren“, so Jürgen Beyrle von der Firma Hebel. Das dürfte wohl das geringste Problem gewesen sein, hat das Heidenheimer Unternehmen doch erst kürzlich mit dem Bau von 38 Wohnungen direkt nebenan, im Baugebiet „In den Krautgärten“, begonnen – eine Fertigstellung ist hier noch für 2020 geplant.

Der Entwurf für den neuen Mehrgenerationen-Wohnpark sieht neben den beiden Gebäuden auch eine gemeinsame Tiefgarage mit 18 Stellplätzen und zusätzlich 14 Stellplätze im Freien vor. „Wir wollen gewährleisten, dass der Straßenraum nicht durch parkende Fahrzeuge beeinträchtigt wird“, so Beyrle. Die beiden Wohngebäude sollen nahezu identisch werden: Jeweils gut 630 Quadratmeter Wohnfläche mit neun Wohnungen, davon sechs 3-Zimmer-Wohnungen zwischen 75 und 86 Quadratmetern und drei 2-Zimmer-Wohnungen zwischen 46 und 52 Quadratmetern.

Baubeginn im Oktober

„Uns war es wichtig, die Belange aller Altersgruppen zu berücksichtigen. Das schaffen wir durch moderne Grundrissformen und durch die Berücksichtigung von Planungsvorgaben für Menschen mit Behinderung“, sagt Beyrle. Der Beschluss, das Grundstück an die Firma Hebel zu veräußern, fasste der Nattheimer Gemeinderat im Februar, anschließend stimmte man sich mit der Baurechtsbehörde ab und fertigte den Bauantrag an, welcher noch im April bei der Gemeinde eingereicht werden soll. Der Kaufvertrag zum Grundstück steht ebenfalls kurz bevor. „Den Abbruch des ehemaligen Kindergartens wollen wir im Mai erledigen. Wenn alles gut geht, rechnen wir mit einem Baubeginn im Oktober dieses Jahres“, so Beyrle. Investieren wird die Firma Hebel in den ersten Bauabschnitt rund 2,25 Millionen Euro.

Kaufanfragen seien bereits eingegangen, so Beyrle, dennoch werde vermutlich frühestens im Juli mit dem Verkauf der Wohnungen begonnen. „Wir wollen erst die baurechtliche Überprüfung abwarten.“ Von diesem Verkaufsstart sei auch abhängig, ob der zweite Bauabschnitt unmittelbar anschließend angegangen wird oder nicht – was wichtig für die Planung ist, da es nur eine Tiefgarageneinfahrt geben wird.

Wohnen in den „Krautgärten“ und an der Goethestraße

Direkt gegenüber des neu geplanten Wohnparks errichtet die Firma Hebel derzeit zwei Mehrparteienhäuser mit jeweils 19 Wohnungen im Baugebiet „In den Krautgärten“. Eines ist bereits fertiggestellt, das andere soll in diesem Jahr fertig werden und spätestens 2021 bezugsbereit sein. Dazu kommt noch ein Wohnhaus mit 14 Mietwohnungen, das die Kreisbaugesellschaft dort errichtet hat.