Nattheim / HZ Seit 48 Jahren ist Hans-Rainer Schmid Naturschutzwart. Bei der Hauptversammlung der SAV-Ortsgruppe Nattheim zog er ein Fazit.

„Kein Aufenthalt ohne Abschied“, resümierte Hans-Rainer Schmied in seinem wohl letzten Bericht als Naturschutzwart der Ortsgruppe Nattheim des Schwäbischen Albvereins nach 48 Jahren Tätigkeit. In seinem Vortrag blickte er auf das Erreichte dieser Jahre zurück, etwa als er mit zeitweise 70 Mitgliedern Biotopvernetzungslinien unter anderem am Sachsenbrunnen, Feldgehölze, an den Steingrubenäcker oder das Feldflorareservat Solitude anlegte und pflegte. Auch Fledermäuse erhielten auf seine Initiative hin sichere Überwinterungsquartiere in der Ramensteinhöhle und im ehemaligen Eiskeller der Ochsenbrauerei.

Durch sein jahrzehntelanges Recherchieren in Archiven verfügt Hans-Rainer Schmid über ein fundiertes Wissen zu einst aufgegebenen Kulturflächen. Dies verschaffte ihm die Grundlage dazu, immer wieder Rekultivierungen an historischen Plätzen zu planen und auszuführen, wie zum Beispiel die Lindenallee und die Streuobstallee entlang der Alten Heidenheimer Straße. Meist wusste er Vereinsmitglieder, Bürgermeister und Bauhof als Unterstützer an seiner Seite. Die Entwicklung der Maßnahmen hat er akribisch fotografisch dokumentiert, was teilweise in seiner Buchreihe „Eine Kulturlandschaft verändert ihr Gesicht“ Eingang gefunden hat.

In ähnlicher Mission ist Wegewart Mathias Kikowatz auf den ca. 70 Kilometer langen Wegen der Ortsgruppe unterwegs. Durch die vermehrten Niederschläge des auslaufenden Jahres zeigten Himbeer- und ganz besonders Brombeerranken eine besondere Wuchsfreudigkeit, die er, obwohl dies nicht zu seinen Aufgabenbereichen zählt, immer wieder entlang der Wege zurückgeschnitten hat.

Spuren menschlicher Notdurft

Am Ende seines Berichtes schilderte Mathias Kikowatz die Situation rund um den Nattheimer Autohof: Entlang des Weges zu den Wagnersgruben und dem Saumahd seien unübersehbar die Spuren menschlicher Notdurft zu sehen, obwohl saubere, im Centbereich „teure“ Toiletten nur wenige Meter entfernt zur Verfügung stünden.

Natur pur zeigte sich an der Zitterberghütte: Wildschweine hatten mehrfach den Platz vor der Hütte regelrecht umgepflügt. Genauso oft hatte der Jagdpächter diese Fläche wieder eingeebnet. Von diesem ungebetenen Treiben unberührt waren die gut besuchten Veranstaltungen an, um und in der Hütte. Gleiches gilt auch für die Kegelabende, so Hüttenwirt und Kegelgruppenleiter Peter Fritz.

Nach wie vor trifft sich die Volkstanzgruppe zum gemeinsamen Üben. Waltraud und Helmut Hermann würden sich über weitere Tanzpaare freuen, damit das Tanzbild optimiert werden kann. In den Wintermonaten finden Sing- und Spieleabende statt. Einmal mehr konnte Vertrauensmann Helmut Hermann stolz darauf verweisen, dass beim Albverein durchschnittlich fast zweimal pro Woche etwas geboten ist. Durchschnittlich nahmen an den 17 angebotenen Wanderungen jeweils 16 Wanderer teil, wusste Wanderwart Helmut Hermann aus seiner Statistik zu berichten.

Neu in den Ausschuss wurde Marcel Kimmerle als Familienwart gewählt. Helmut Hermann erklärte sich noch einmal bereit, das Amt des Vertrauensmanns für weitere vier Jahre zu übernehmen. Gleiches signalisierte auch Wegewart Mathias Kikowatz. Dagegen wird sich Erika Schmid als Beisitzerin aus dem Gremium zurückziehen. Außerordentlich viele Mitglieder wurden in diesem Jahr geehrt. Für 25 Jahre: Erika und Günther Weihe. 40 Jahre: Gertrud Hüll, Inge und Karl-Heinz Minder, Hans-Dieter Rössler, Siglinde und Hans-Jürgen Rössler, Dr. Manfred Schweikhardt. 50 Jahre: Gerhard Böhm, Helga Ulmer. 60 Jahre: Walter Henle. 70 Jahre: Ruth Kinzler.