Einen Park hat die Privatbrauerei Schlumberger dieses Jahr anlässlich des 175-jährigen Brauereibestehens angelegt – den Ochsengarten – und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht als Ort der Ruhe und Einkehr. Die Anlage umfasst neben Kneippbecken, einer Sammlung von Obstbäumen, Sonnenliegen und Musikbühne auch einen Hopfengarten.

120 Setzlinge der Sorte Hallertauer Tradition, eine klassische alte Hopfensorte, die früher mehr als heute zur Bierbrauerei verwendet wurde, wurden im März eingepflanzt. Zusätzlich wurde ein vertikaler Draht gespannt bis unters obere Gebälk, der etwa vier Meter lang ist. In typischen Hopfenanbaugebieten hat diese Rankhilfe sogar eine Länge von sechs Metern.

„Die Pflanzen sind zunächst gut angewachsen. Dann folgte das sogenannte Anleiten“, schildert Maximilian Schlumberger, der Juniorchef der Brauerei. Alle Triebe bis auf die stärksten drei wurden entfernt, die verbleibenden an den Draht gewickelt – angeleitet. Dies müsse im Uhrzeigersinn geschehen, damit sich die Pflanzen nicht mit der Sonnenwanderung abwickeln.

„Trotz extremer Hitze entwickelten sich die Pflanzen gut. Hopfen wächst in einer guten Nacht bis zu 20 Zentimeter“, so Schlumberger. Mitte bis Ende Juli seien die ersten Fechser oben angekommen.

Vor wenigen Tagen stand nun die erste Hopfenernte im Ochsengarten an. Schlumberger: „Reife Dolden rascheln zwischen den Fingern und enthalten ihr gelbes Lupulin, welches die für den Bierbrauer wichtigen Aroma- und Bitterstoffe enthält.“ Das mögliche Zeitfenster zur Ernte betrage etwa zwei Wochen. „Die Dolden waren zwar klein und teilweise verbrannt, aber für das erste Jahr überraschend gut ausgebildet.“

Fünf Stunden Arbeit

Zur Ernte wird die Pflanze knapp über dem Boden und oben abgeschnitten und übers Knie gelegt. Das eigentliche Abzupfen der Dolden ist mühselige Handarbeit, die früher ganze Dörfer beschäftigte. „Wir waren etwa fünf Stunden beschäftigt und das nur dank vieler freiwilliger Helfer“, sagt der Juniorchef.

Die Pflanze selbst erhole sich und wachse im nächsten Jahr an einem neuen Draht empor. „Hopfen ist wie Unkraut.“

Die Dolden wurden aufgrund ihrer hohen Verderblichkeit kalt zwischengelagert und am darauffolgenden Tag frisch in die Würzepfanne gegeben. Daraus entsteht ein sogenanntes Grünhopfenbier, wie es nur wenige Brauereien und nur während der Hopfenernte herstellen. Normal wird der Hopfen maschinell getrocknet, gepresst und eingelagert. „Fertig ist das Bier wohl in acht Wochen“, erläutert Maximilian Schlumberger.