Die Berichte über die gewalttätigen Proteste von Coronaleugnern in Leipzig haben mich doch tief betroffen gemacht. Nicht nur, dass offensichtlich auch wider besseres Wissen falsche, pseudowissenschaftliche Erkenntnisse in Umlauf gebracht werden, es wird auch noch das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Versammlungsfreiheit gründlich missbraucht, das ebenfalls im Grundgesetz geschützte Recht auf „körperliche Unversehrtheit“ spielt da wohl keine Rolle, Auch keine Rolle spielt es, wenn eine unheilige Allianz mit Reichsbürgern, Alt- und Neonazis, Antisemiten, Rassisten, Hooligans, AfD-lern ,Linksradikalen und anderen „Zierden“ unserer freien Gesellschaft billigend in Kauf genommen wird. Da möchte ich aufschreien: „Wisst Ihr denn eigentlich, was Ihr da tut?“ Heute ist der 9. November – ein ganz besonderer Tag, besonders der deutschen Geschichte.

Da ist der 9. November 1918 mit dem Rücktritt des Kaisers und der Ausrufung der „Weimarer Republik“, wenige Jahre später ebenfalls am 9. November der gescheiterte Staatsstreich der ewig Gestrigen um Ludendorff und Hitler, 1938 am 9. November mit dem gezielten Progrom gegen unsere jüdischen Mitbürger und dem Beginn des beispiellosen Holocaustes. Ein , Ereignis, dass ich nie vergessen werde war der 9. November 1989 mit dem Fall der Mauer – umso schmerzlicher empfinde ich allerdings dass der wütende Mob in Leipzig dann auch noch : “Wir sind das Volk!“ skandiert . geht es eigentlich noch geschmackloser? Jetzt gilt es dem entgegenzutreten.

Es ist nicht an der Zeit Einzel- oder Gruppenegoismen auf Kosten der Allgemeinheit durchzusetzen. Die politisch Verantwortlichen tun sicher ihr Möglichstes den Coronaschaden zu begrenzen. Im Einzelfall mag das nicht immer und zu jeder Zeit das absolut Richtige sein – aber wer weiß schon was das absolut Richtige ist? Verordnungen werden in großer Eile mit heißer Nadel gestrickt. Ganz schnell versuchen nun findige Juristen unter Zuhilfenahme kleiner Unzulänglichkeiten in den Formulierungen das Kind mit dem Bade auszuschütten. Da versuchen findige Geschäftsleute kleine Verordnungslücken dahingehend zu nutzen nun doch ihren Geschäften nachzugehen, was ganz nebenbei auch eine grobe Wettbewerbsverzerrung darstellt. „Tut der Stadt Bestes!“ ruft vor ca. 2500 Jahren der Prophet Jeremia seine Landsleuten in der „Babylonischen Gefangenschaft“ zu, die sich damals in einer vergleichsweise viel schlechteren Situation befanden.

Ja, als Staatsbürger, der unserem Staat positiv gegenüber steht, auch als CDU-Mitglied aber ganz besonders auch als Christ, als evangelischer Kirchengemeinderat und Bezirkssynodaler aber letztendlich als Mensch rufe ich uns zu: „Tun wir unserer Stadt, unserem Land Bestes!“ Wir halten uns an die Regeln, wir sind solidarisch, wir hoffen auf baldige Besserung. Heute , wieder am 9. November kam die Nachricht, dass ein Impfstoff bald verfügbar sein wird!

Joachim Saretz, Nattheim