Es ist also wieder so weit: eine neue Havarie an einem Windrad im neuen Windpark Nattheim. Als Nattheimer kennt man das schon. Wenn Bäume versetzt werden und der Kreisverkehr am Ortseingang mit Metallplatten abgedeckt wird, ist es wieder einmal so weit: ein defektes Windrad.

Ist man in der näheren Umgebung von Nattheim mit dem Rad unterwegs, sieht man eine ganze Anzahlvon Windrädern. Selten sind aber mehr als 50 Prozent davon in Betrieb. Manche könnten Strom erzeugen, dürfen aber aus verschiedenen Gründen nicht (kein Bedarf an Strom, keine Leitungskapazitäten,Vogelschutz etc.). Andere wiederum dürften Strom erzeugen, können aber nicht, weil sie defekt sind.

Die Anlagen von Enercon gehören wohl eher zu der zweiten Kategorie.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Windkraftanlagen, aber die Reihenfolge muss stimmen – erst die notwendige Infrastruktur (Leitungen, Speichermöglichkeiten), dann die Anlagen. Bei der Windkraft wird das Pferd genau wie bei der Elektromobilität vom Schwanz aufgezäumt.

In Nattheim haben wir drei öffentliche Elektro-Tankstellen. Würden 25 Prozent der Einwohner Nattheims elektrisch fahren, hätte man längere Wartezeiten als beim Facharzt, um Strom für 300 bis 400 km zu tanken. Entsprechend ist der Waldverbrauch für neun Windkraftanlagen (einschließlich der geschotterten Fahrwege, breit wie Autobahnen) nicht zu rechtfertigen, wenn sie die Hälfte der Zeit nicht laufen können.

Wenn es dann schon XXL-Anlagen sein müssen, würde ich erwarten, dass im Vorfeld gründlich recherchiert wird, ob der in Frage kommende Hersteller die Technik solcher Großanlagen auch zuverlässig beherrscht. Enercon kann das offensichtlich nicht.

Ich empfehle Interessierten, sich über die Schadensfälle einmal bei Google mit folgendem Suchbegriff zu informieren „Schäden an Enercon Windkraftanlagen“. Seit 2018 sind zahlreiche Probleme allgemein bekannt. Damit kann man abschätzen was noch auf uns zukommt.

Es ist mir ein Rätsel, wie die Firma die zahlreichen Havarien finanziell verkraften kann. Ich denke, das geht nur, weil sie erhebliche Staatshilfen bekommt, wohl in der Größenordnung von 500 Millionen Euro. Für mich als Verbraucher bedeutet das, ich zahle für teuren, subventionierten Strom und ein zweites Mal für eine Firma, die Anlagen baut, die reihenweise ausfallen. Heinz Fassel, Nattheim