Beim Lesen des Artikels „Unser Dorf soll ein Dorf bleiben“ sind mir einige Unstimmigkeiten in den Aussagen des Nattheimer Bürgermeisters aufgefallen:

Unser Grundstück grenzt direkt an den geplanten Bau im Eberhardsweg und wir wurden nicht von der Gemeinde angeschrieben, ob wir dort bauen wollen. Mit diesem Bau und dem damit einhergehenden Verkauf eines Gemeindeweges an den Bauträger ist eine Erschließung und Bebauung der darunterliegenden Grundstücke nun de facto nicht mehr möglich.

Bürgermeister Bereska spricht hier von einer „privaten Baumaßnahme“, weshalb der Handlungsspielraum der Gemeinde beschränkt sei. Dies mag verwaltungsrechtlich stimmen, Bauträger ist aber dennoch eine GmbH. Und die Gemeinde hat die Baumaßnahme mit dem Verkauf des Gemeindeweges und der Schaffung einer Zufahrt ja überhaupt erst ermöglicht.

Die im Artikel erwähnte Stellplatzsatzung wurde nicht im Januar verabschiedet, sondern die Entscheidung wurde aufgeschoben.

Immer wieder verweisen Bürgermeister und Verwaltung auf das von der Landesregierung geforderte Schließen von Baulücken (Ziel: 45 Bewohner pro Hektar). Das erwähnte Bauprojekt beinhaltet 21 Wohnungen (50 oder mehr Bewohner) auf nicht einmal 2300 Quadratmetern! Dies hat mit Dorfstrukturen nichts mehr zu tun und die Vorgaben der Regierung könnte man auch mit in die Umgebungsbebauung angepassten Einfamilien- oder Reihenhäusern locker erfüllen.

Bereska widerspricht der in der Petition genannten These, junge Familien könnten sich bald kein eigenes Häusle mehr bauen, damit, dass sich diese ja ein Haus kaufen könnten. Ein Haus bauen oder ein „gebrauchtes“ Haus kaufen sind nicht dasselbe.

Da Herr Bereska bei der Abstimmung über den Bau im Eberhardsweg als befangen galt und nicht mit abstimmen durfte, behält dies alles für uns Anlieger leider einen faden Beigeschmack.

Frank Minder, Nattheim