Gleich drei deutsche Klassenrekorde stellte kürzlich der Nattheimer Gerrit Illenberger mit einem Langstreckenflug auf. Als erster Pilot der Standardklasse flog er einen Dreieckskurs über eine Strecke von mehr als 1000 Kilometern. Damit gelang dem 27-Jähringen von der Segelfliegergruppe (SFG) Neresheim eine Sensation.

Eine sich andeutende vielversprechende Hochdruckwetterlage sollte Illenbergers akribisch geplantes Vorhaben ermöglichen, so die SFG in einer Pressemitteilung. Am Tag des Fluges hatte er die Vereinsmaschine vom Typ LS-8-neo bereits um 7 Uhr startklar gemacht, mit Wasserballast betankt und auf die Piste des heimischen Segelfluggeländes geschoben. Nun galt es, auf die einsetzende Thermik zu warten.

Um 9.30 Uhr startete er und flog auf dem ersten Schenkel bis in den Südschwarzwald zur Wutachschlucht, wo er erstmals wendete. Anschließend zielte Illenberger bei homogenen Bedingungen in Richtung Odenwald und Spessart bis über die Rhön hinweg zur Wartburg bei Eisenach. Dort angekommen, drehte er um 15.30 Uhr auf Südostkurs und glitt am Kamm des Thüringer Waldes entlang, vorbei am Fichtelgebirge bis in die Oberpfalz.

Die Reste eines nach Osten abziehenden Tiefdruckgebiets brachten dort einige Schauer mit sich, die den direkten Weg zur letzten Wende über dem Čerchov auf tschechischer Seite versperrten. Illenberger passte sich den veränderten Bedingungen an, nahm größere Kursabweichungen in Kauf und umrundete so auch seinen letzten Wendepunkt, ehe er den Heimflug über die Fränkische Alb antrat.

Mittlerweile war die Tageszeit weit vorangeschritten, sodass es bereits nach 20 Uhr war, als er am östlichen Rieskraterrand bei Harburg die letzte Abendthermik fand. Als er nach über elf Stunden Flugzeit die Ziellinie überflog, war klar, dass dem Nattheimer ein Flug für die Geschichtsbücher gelungen war, so die SFG.

Beantragt wurden drei Rekorde (Dreieckstrecke: 1004 Kilometer, Freie Dreieckstrecke: 1006 Kilometer, Geschwindigkeit über 1000 Kilometer Dreieckstrecke: 93 Stundenkilometer), deren formale Auswertung nun durch den Deutschen Aeroclub und die Internationale Aeronautische Vereinigung (FAI) erfolgt.