Überrascht hatte dieser Antrag im Nattheimer Gemeinderat wohl niemanden: In der Härtsfeldgemeinde soll – wie in anderen Kommunen auch – anhand der Straßenbeleuchtung Energie eingespart werden. Konsens herrschte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats darüber, dass Strom gespart werden müsse, Diskussionsbedarf gab es jedoch bezüglich der Ausschaltzeiten sowie der Sinnhaftigkeit des Unterfangens an sich.

Momentan wird die Straßenbeleuchtung in Nattheim unter der Woche von 0.30 bis 4 Uhr morgens ausgeschaltet – das war bereits vor der Energiekrise Gang und Gäbe in der Gemeinde. Am Wochenende gibt es aktuell keine Ausschaltung. Der Vorschlag der Gemeindeverwaltung lautete nun, das Licht an sieben Tagen die Woche von 0 bis 4.30 Uhr auszuknipsen. Wolfgang Hetzel (BWV/CDU) sah generell wenig Nutzen in der Aktion: „Das Signal geht in die komplett falsche Richtung. Nachts ist Strom da, denn da braucht ihn ja niemand.“ Der BWV/CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bernhard hielt dagegen: „Es geht darum, das Signal nach draußen zu senden, dass wir etwas tun, um Energie zu sparen.“

Zeitungsausträger und Winterdienst berücksichtigen

Nichtsdestotrotz stellte Bernhard ebenso wie Hetzel die Frage, wie viel Geld durch die Ausschaltung denn letztlich eingespart werden könne. Rund 6800 Euro monatlich, schätzte Bürgermeister Norbert Bereska, genau lässt sich das laut Ortsbaumeister Edwin Binder jedoch momentan noch nicht sagen.

Aus dem Auernheimer Ortschaftsrat kam im Vorfeld der Appell, die Straßenbeleuchtung nicht schon um Mitternacht auszuschalten, dafür das Licht am Wochenende länger aus zu lassen. Samstags sei das schwierig, sagte Bereska, da in den frühen Morgenstunden die Zeitungsausträger unterwegs sind. Sonntags könne man die Beleuchtung jedoch problemlos länger auslassen. Der Winterdienst sei davon nicht betroffen.

Drei verschiedene Ausschaltzeiten

Letztlich einigten sich Gemeindeverwaltung und Gemeinderat bei drei Gegenstimmen aus dem Gremium auf folgende Ausschaltzeiten: Montags bis freitags wird das Licht von 0 bis 4.30 Uhr ausgeschaltet, in der Nacht von Freitag auf Samstag von 0.30 bis 4.30 Uhr, und von Samstag auf Sonntag bleibt die Straßenbeleuchtung von 0.30 Uhr bis 6 Uhr aus.

Norbert Bereska appellierte dafür, die Beleuchtungszeiten nicht allzu häufig zu ändern, da jede Umstellung an sich bereits 3000 Euro koste. Die BWV/CDU-Fraktion bat die Gemeindeverwaltung darum, eine Liste aller Straßenlampen aufzusetzen, in der zudem das jeweils verwendete Leuchtmittel sowie der jeweilige Stromverbrauch einsehbar sind. Zudem wurde darum gebeten, zu untersuchen, an welchen Stellen die Beleuchtung auf 30 Prozent Intensität heruntergefahren werden könne. Im Sommer kommenden Jahres soll überprüft werden, wie effektiv sich die Stromsparmaßnahmen erwiesen haben.