Was mit dem Haus Regenbogen an der Buchenstraße in Nattheim über 25 Jahre lang gut funktioniert hat, wird künftig so nicht mehr weitergehen können: Mit der Neuregelung in der Landesheimbauverordnung ändern sich auch die Vorschriften für die Betreuung und Pflege von Senioren – zumindest, was die baulichen und räumlichen Voraussetzungen betrifft.

Im Klartext heißt das: Das bisherige Altenpflegeheim an der Buchenstraße 6 kann in seiner bisherigen Form nicht mehr weiterbetrieben werden. Bekannt ist das schon länger, weshalb die Betreiber des privaten Heimes, Katharina und Gabriel Seckinger, einen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft planen. „Die Landesheimbauverordnung schreibt eine gewisse Größe, einen gewissen Durchmesser der Zimmer und beispielsweise Anforderungen an die Bäder vor – da haben wir zum Teil einfach zu kleine Zimmer im bisherigen Gebäude“, so Katharina Seckinger.

Frist bis August 2019

Momentan befinde man sich in einer Übergangsfrist – noch. Denn zum August 2019 müssen eigentlich alle Voraussetzungen erfüllt sein; Seckinger jedoch wartet indes noch auf den Genehmigungsbescheid ihres Bauantrags für das neue Heim an der Buchenstraße 10. „Wenn alles gut geht, könnten wir im Frühjahr mit dem Spatenstich rechnen“, sagt sie. Doch bis zum August wird man es wohl kaum schaffen, dort ein komplett neues Pflegeheim zu errichten – „wir sind schon in Gesprächen mit der Heimaufsicht beim Landratsamt, weil wir hoffen, dass man uns eine Ausnahme genehmigt.“ Die Senioren sollten zumindest so lange im bestehenden Gebäude wohnen bleiben können, bis ein Umzug ins neu errichtete Heim möglich sei.

Bisher gibt es im Haus Regenbogen 29 stationäre Pflegeplätze, im neu geplanten Pflegeheim wären es 47 stationäre Betten. Über zwei Geschosse sollen dort vier Wohngruppen eingerichtet werden, dazu 19 kleinere betreute Wohnungen und vier größere, die dann beispielsweise von Ehepaaren genutzt werden könnten. Sind als Pflegepersonal im Haus Regenbogen bisher rund 30 Personen beschäftigt, müsste man auch in diesem Bereich künftig deutlich aufstocken.

Plätze stark nachgefragt

Und das bestehende Pflegeheim? Das, so Seckinger, stehe erst einmal an zweiter Stelle. Nach Abschluss des Neubaus und Umzugs wollen sich die Betreiber Gedanken machen, wie das Gebäude künftig genutzt werden kann. „Auf jeden Fall auch wieder im Bereich der Seniorenangebote – wir haben zur Zeit wahnsinnig viele Anfragen, allein damit hätten wir das neu geplante Heim innerhalb von drei Wochen voll belegen können“, sagt Seckinger.

Neue Standards der Landesheimbauverordnung

Das Altenpflegeheim in Nattheim wird privat von der Seniorendienste Regenbogen GbR betrieben. Das Landratsamt Heidenheim ist als Heimaufsichtsbehörde für die Überwachung solcher stationärer Einrichtungen bzw. Wohngemeinschaften im Landkreis zuständig.

Die Landesheimbauverordnung gilt nur für stationäre Einrichtungen. Diese können als Wohnungen oder als Wohngruppen gestaltet sein. Ziel der Verordnung ist die Wahrung einer geschützten Privat- und Intimsphäre für die Bewohner. Zudem sollen die Lebensverhältnisse weitgehend der Normalität von Privathaushalten entsprechen, so die Info vom Landratsamt.

Einige der neuen Vorschriften der Verordnung, die ab September 2019 gelten, sind Barrierefreiheit, maximal 100 Pflegeplätze, Einzelzimmer mit direkt zugeordnetem Sanitärbereich (Waschtisch, WC, Dusche), eine Fläche der Bewohnerzimmer von mindestens 14 Quadratmetern, eine lichte Raumbreite der Bewohnerzimmer von mindestens 3,20 Meter, höchstens 15 Bewohner in einer Wohngruppe und ein gemeinschaftlich genutzter Aufenthaltsbereich einer Wohngruppe mit mindestens fünf Quadratmeter je Bewohner.