Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass Zeiss bei Aalen-Ebnat einen neuen Standort für die Mikroskopiesparte IQR plant. Doch nicht nur dort wird der Konzern kräftig investieren, auch im sogenannte Südwerk zwischen Oberkochen und Königsbronn wird derzeit an fast allen Stellen angebaut, umgebaut und neu gebaut. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 600 Millionen Euro aufgewendet werden, um die Standorte in der Region Ostwürttemberg auszubauen.

Die Kräne und neuen Hallen an der B19 sind nicht zu übersehen.
Die Kräne und neuen Hallen an der B19 sind nicht zu übersehen.
© Foto: Luftbild-Geyer

Im Oberkochener Südwerk der Zeiss-Sparte Semiconductor Manufacturing Technology (SMT) werden Ausrüstungen für die Fertigung von Mikrochips entwickelt und produziert. Und der Markt wächst rasant. „Nicht nur in Oberkochen wird bei SMT gebaut und neu eingestellt, sondern auch an den anderen SMT-Standorten, um die enorme Marktnachfrage nach Halbleiterfertigungsequipment zu bedienen“, so Sarah Hailer, Head of Media Relations.

Neue Hallen und Büros

Die Kräne und neuen Bauten an der B19 kurz vor Königsbronn sind jedenfalls nicht zu übersehen. Was entsteht dort genau? Unter anderem eine neue Halle mit Büros für die Fertigung von Optiken für sogenannte EUV-Spiegel, dank derer die kleinsten Chips der Welt gefertigt werden können. Im Süden des SMT-Werkes entsteht auf einem großen neuen Baufeld nochmals ein komplett neuer Fertigungsabschnitt, in dem künftig EUV-Optik-Spiegel hergestellt werden sollen. „Zusätzlich zum Neubau sind die Bauarbeiten zu mehreren Hallenerweiterungen und der Umbau des ehemaligen Standortlogistikzentrums in eine Produktionshalle ebenfalls von der Bundesstraße aus gut sichtbar“, so die Zeiss-Sprecherin.

Während laufender Produktion

Eine große Herausforderung bei den laufenden Bauprojekten liege darin, die Beeinflussung der laufenden Produktion so gering wie möglich zu halten, so Hailer. „Denn die hochpräzise Messtechnik reagiert äußerst empfindlich auf Störungen durch Erdarbeiten oder Abbrucharbeiten auf den Baustellen.“ Bislang sei dies im SMT-Werk sehr gut gelungen, die Anforderungen von Produktionsbetrieb und Baubetrieb seien gut aufeinander abzustimmen. Bislang liefen die zahlreichen Bauprojekte nach Plan. „Und das obwohl auf dem SMT-Betriebsgelände sowohl regionale wie auch überregionale Planer und Baufirmen unterwegs sind, angefangen von Architekten, Planer, Projektmanager bis hin zu Bautechnikern, Polieren und Handwerkern.“ Mit zeitlichen Prognosen zur Fertigstellung der Bauprojekte will sich das Unternehmen allerdings zurückhalten.

Oberkochen/Ebnat

Über Zeiss


Zeiss wächst als Gesamtkonzern, die Zahl der Mitarbeitenden ist im ersten Halbjahr um 1500 auf 36.855 gestiegen. Das bedeutet eine Steigerung bei den Mitarbeitenden um sieben Prozent. Allein die Halbleitersparte SMT plant im gesamten Jahr rund 1000 neue Mitarbeitende einzustellen.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021/22 setzt sich auch der wirtschaftlich positive Trend über alle Zeiss-Sparten hinweg fort. Der Umsatz stieg um 20 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,4 Mrd. Euro).