Aalen / Patrick Vetter Die „Fantastischen Vier“ haben am Samstag 14 000 Leute in die Ostalb-Arena gelockt.

Der Auftritt der „Fantastischen Vier“ in der „Ostalb-Arena“ am vergangenen Samstag war wirklich ein Konzert für alle Generationen. Neben eingefleischten „Fanta-Fans“ der ersten Stunde aus den Anfängen der Gruppe in den 80er-Jahren feierten Jugendliche und auch Familien mit Kindern zu den Liedern vom aktuellen Album „Captain Fantastic“ und zu alten Klassikern der vier Hip-Hop-Musiker. Selbst in den vorderen Reihen saßen auch Kleinkinder auf den Schultern ihrer Eltern. Diese Mischung konnte unter anderem dank der familien- und jugendfreundlichen Spielzeiten der „Fantastischen Vier“ entstehen: Kurz nach 22.30 Uhr war Schluss, sodass auch Minderjährige ohne ihre Eltern das Konzert besuchen konnten.

Zu Konzertbeginn strahlte die untergehende Sonne noch über die Köpfe des Publikums auf die Bühne den „Fantas“ entgegen. Auf der Ostseite der Aalener Fußballarena präsentierten sie ein Programm, das keine Wünsche offenließ mit Hits von „Die da“ bis „Zusammen“ und bekamen auch selbst alle Wünsche erfüllt: „Warum spielen wir das erste Mal hier mit diesem Sunset? Das ist wunderbar“, fragte Michael Beck alias „Michi“ die Menge.

Während die Leute zu Beginn auf Songs des neuen Albums wie „Fantanamera“ noch eher verhalten reagierten, waren sie spätestens beim ersten Klassiker der Band „Was geht?“ voll dabei und rappten textsicher mit. Ohne ihre altbekannten Erfolgslieder kamen die „Fantastischen Vier“ nicht aus: Auch die jungen Fans schienen auf „Die Stadt die es nicht gibt“, „MFG“ oder „Sie ist weg“ förmlich zu warten.

Und die Stuttgarter Musiker schafften es das souverän zu nutzen: Die alternden Künstler sorgten dafür, dass beinahe alle der 14 000 Gäste ihre Hände hoben und in Hip-Hop-Manier zu ihren Liedern im Takt auf und ab wippen ließen. Die vier nahmen das auf und machten Party auf der Bühne. Der 51-jährige Beck schien Sprungfedern in den Füßen zu haben und alle vier tanzten den „Die-Da-Dance“ zu ihrem 1992 erschienen Hit „Die da“. Bei „Smudo in Zukunft“ verausgabte sich auch Michael Bernd Schmidt. Er tanzte über die Bühne und hatte den wohl schnellsten Rap-Part des Abends. Trotz der Geschwindigkeit machte er den Song zur perfekt durchgeplanten Show und besang sich selbst: „Das ist der Smudo und er sieht gut aus.“

Auch „Andy Ypsilon“, der eigentlich Andreas Rieke heißt und bei den „Fantastischen Vier“ im Hintergrund der Bühne für den musikalischen Teil zuständig ist, bekam an diesem Konzert einen bejubelten Rapauftritt. In der Zugabe stand er erneut im Mittelpunkt mit „Moduland.Y“ vom neuen Album.

In einer Ansprache bezog die Gruppe schließlich auch politisch ganz klar Stellung: „Es gibt immer mehr Nazis. Das ist doch alles scheiße“, sagte Beck, während Schmidt an die Fans appellierte: Sie sollen nicht die AFD wählen und nicht alles glauben.

Der einzige Punkt, den „Fanta-Fans“ nach dem Konzert wohl noch bemängeln konnten: Von den Parkmöglichkeiten bis zum Veranstaltungsort mussten lange Wege zurückgelegt werden. Wer die Shuttlebusse nutzte und außerhalb der Stadt parkte, musste von der Haltestelle trotzdem noch 15 Minuten bis zur „Ostalb-Arena“ gehen.