Mehr als eine halbe Milliarde Euro investiert die Palm-Gruppe in eine neue Papierfabrik. Nun ist die Papiermaschine PM5 am Stammsitz in Neukochen in Betrieb gegangen – laut Unternehmen „wegen etlicher coronabedingter Probleme mit etwas Verspätung“.

Die Papiermaschine befindet sich bereits im Dauerbetrieb. So versorgt die Firma Kunden mit Rollen von der neuen Papiermaschine. „Die technologischen Werte zeigen bereits exzellente Eigenschaften der auf der PM5 hergestellten Produkte“, erklärte das Unternehmen weiter. Laut Firmenchef Dr. Wolfgang Palm verfügt die Anlage über eine Arbeitsbreite von 10,9 Meter und arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 1800 Meter pro Minute, was 108 Stundenkilometern entspricht. Jährlich sollen 750.000 Tonnen Wellpappenrohpapier aus 100 Prozent Altpapier hergestellt werden.

Die Papierfabrik verfügt über einen eigenen Gleisanschluss, ein Klärwerk mit speziellen Reinigungsfiltern sowie ein Kraftwerk, das dank Kraft-Wärme-Kopplung Dampf und Strom erzeugt. „Die Gasturbine und Dampfturbine haben zusammen einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent“, so der Inhaber. Die Gasturbine sei die weltweit erste Maschine eines von Siemens neu entwickelten Typs, mit dem Palm die durch die erneuerbaren Energien hervorgerufenen Lastschwankungen im Netz ausgleichen könne. „Die Gasturbine kann auch Wasserstoff statt Erdgas einsetzen, was der Einstieg in die karbonfreie Papierproduktion für Palm ist“, so Palm weiter.

Aalen

Die bisherige Papierfabrik mit drei älteren Papiermaschinen wurde bereits abgestellt. Die Demontage der Anlagen läuft. Sie wurden nach Bangladesch verkauft, wo sie den steigenden Papierverbrauch der Bevölkerung mit 165 Millionen Einwohnern abdecken sollen. Zudem wird das alte Kraftwerk samt des Schornsteins zurückgebaut. Die neue Papierfabrik von Palm soll laut Firma deutlich leiser sein als die bestehende. Zudem sei die Bundesstraße B 19 in dem Bereich nicht mehr zu hören, da die Papiermaschinenhalle „einen idealen Lärmschutzriegel für die gegenüberliegende Wohnbebauung“ darstelle.

Ebenfalls für Schlagzeilen hatte der gemeinsam mit der Firma Siegle aus Schwäbisch Gmünd neu entwickelte Schornstein gesorgt, der die Wolken aus Wasserdampf der Papierfabrik unsichtbar macht. „Dies ist ein Meilenstein für eine umweltfreundliche Papierproduktion und weltweit bislang einmalig“, so die Firma.

Weltneuheiten im Einsatz in der Papierfabrik Palm

In der neuen Papierfabrik kommen weitere Weltneuheiten zum Einsatz, mit denen Palm technologische Maßstäbe setzen will. Die deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs führe zu einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Produktion. Die Papiermaschine kann aus 100 Prozent Altpapier niedrigere Flächengewichte herstellen als heute am Markt üblich. Damit werde Verpackungsgewicht reduziert, was unter anderem „in beträchtlichem Umfang CO2 einspart“. „Unsere technologischen Quantensprünge werden den Trend zu leichteren und umweltfreundlicheren Verpackungen beschleunigen“, ist man bei Palm sicher.

 Das Werk Aalen-Neukochen ist Ursprung und Stammsitz der Unternehmensgruppe Palm und der Papierfabrik Palm. Im Jahr 1872 legte Adolf Palm an dem Fluss Kocher und der strategisch wichtigen Bahnstation in Unterkochen den Grundstein für das Familienunternehmen. Der Standort bekam vor 100 Jahren einen eigenen Gleisanschluss. Am Standort befindet sich, neben Verwaltung und Vertrieb für die drei deutschen Papierfabriken, die weltgrößte Wellpappenrohpapiermaschine mit einer Kapazität von 750.000 Tonnen pro Jahr.

Die Entwicklung der Firma Palm


Das Werk Aalen-Neukochen ist Ursprung und Stammsitz der Unternehmensgruppe Palm und der Papierfabrik Palm. Im Jahr 1872 legte Adolf Palm an dem Fluss Kocher und der strategisch wichtigen Bahnstation in Unterkochen den Grundstein für das Familienunternehmen. Der Standort bekam vor 100 Jahren einen eigenen Gleisanschluss. Am Standort befindet sich, neben Verwaltung und Vertrieb für die drei deutschen Papierfabriken, die weltgrößte Wellpappenrohpapiermaschine mit einer Kapazität von 750.000 Tonnen pro Jahr.