Auf einer Brachfläche im Wolfertstal ist derzeit Florian Stütz unterwegs und sorgt für ein weiteres Biotop. „Das sind die ersten Pflegemaßnahmen“, sagt der Unterkochener Unternehmer und spricht von Arbeiten zugunsten eines Biotopverbunds. Im Wolfertstal ist die Fläche stark „verbracht“, wie der Fachmann sagt. Dort habe man lange Zeit das Gras nicht gemäht, so dass sich das lange Gras wie eine Auflage über den Boden gelegt habe. Jetzt beseitigt Stütz diese Altgrasbestände, die sich zu einem regelrechten Filz verwoben haben. Das Gerät, das der Grünlandexperte im Einsatz hat, ist ein sogenanntes Schlegelmulchgerät.

Doch nicht nur das Gras hat Spuren auf dem Gelände hinterlassen. „Gleichzeitig ist die Fläche verbuscht“, beschreibt er die weitere Situation. Deshalb geht er jetzt an die einzelnen Gehölze. Er beschneidet oder entfernt sie.

Aber warum entsteht an dieser Stelle überhaupt ein neues Biotop? Ottmar Bihlmaier, Stadtrat und Oberkochener Nabu-Vorsitzender, kennt die Geschichte. „Das Areal ist in Privatbesitz“, sagt er. Eigentümer Petrus Uhl habe sich an ihn gewandt. Es sei ihm darum gegangen, etwas für die Natur zu tun. „Petrus Uhl hat die Biotopfläche zur Verfügung gestellt“, erzählt Bihlmaier.

Flachwasserzone geplant

Die Fläche liege nämlich innerhalb einer wichtigen Biotopverbundachse im Wolfertstal – unweit des Gutenbachs. Ziel sei es, im Frühjahr dort mithilfe des Grundwassers eine Flachwasserzone zu gestalten. „Das wird dann eine interessante Stelle für Insekten und Vogelarten“, konstatiert Ottmar Bihlmaier. Das künftige Biotop eigne sich hervorragend für durchziehende Vögel, wie beispielsweise die Ringdrossel, als Rastplatz.

Nach dieser Erstpflege wird das Areal weiter gepflegt. Es schließt sich eine extensive Beweidung durch den Schäfer mit seinen Schafen an. Damit soll der Grünlandzustand verbessert werden, so dass hier wieder vermehrt Kräuter wachsen können, die dann unter anderem vielen Insektenarten als Nahrungsquelle und Lebensraum dienen. Diese wiederum sind Teil der Nahrungskette der Vögel.

Die Arbeiten im Wolfertstal koordiniert und finanziert der Landschaftserhaltungsverband Ostalbkreis.