98 Jahre alt werden durfte Edith Birkner, bis sie jetzt im Altenhilfezentrum Neresheim gestorben ist. An die liebenswürdige alte Dame erinnern sich viele mit großer Dankbarkeit. Natürlich: Sie war eine vom Härtsfeld, das die Menschen prägt: harte Arbeit, karger Boden. Und doch ist Herzlichkeit auch dabei.

Das Leben hat Edith Birkner wahrlich nichts geschenkt, eher viel zugemutet. Birkner war gezeichnet von den Folgen einer Kinderlähmung und schlug sich mit dem geringen Salär einer Lehrerin und Katechetin durch, die eben nicht das volle Deputat ausfüllen konnte. Zunächst hatte sie eine kaufmännische Ausbildung absolviert. Edith Birkner war lange Chefin „der Pfadfinderinnen trotz allem“ und sie zählt aber auch zu den Mitbegründern der Dischinger „Freunde schaffen Freude“.

Eines der letzten Bilder von Edith Birkner (links), die zuletzt pflegebedürftig war und sich immer über Besuch, zum Beispiel von Inge Grein-Feil gefreut hat.
Eines der letzten Bilder von Edith Birkner (links), die zuletzt pflegebedürftig war und sich immer über Besuch, zum Beispiel von Inge Grein-Feil gefreut hat.
© Foto: Archiv/Klaus-Dieter Kirschner

Deren Vorsitzende Inge Grein-Feil bekannte, eine liebe Freundin wie auch eine Frau mit Ecken und Kanten verloren zu haben, von der sie viel habe lernen können. Gerade, wenn es um das Ertragen langwieriger Krankheit geht. Von der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde Birkner die Martinus-Medaille für herausragendes ehrenamtliches Engagement und gelebte Nächstenliebe verliehen.

Den Lesern der Heidenheimer Zeitung war Edith Birkner in jüngeren Jahren mit ihren Berichten aus Neresheim wie auch aus Dischingen samt Ortsteilen bekannt. Sie erzählte nicht bloß von Sitzungen der Wasserverbände, sondern auch von Ereignissen in den Städten und Dörfern und aus der Abtei Neresheim. Edith Birkner wurde dort am gestrigen Freitag mit einem Requiem verabschiedet und hernach auf dem Waldfriedhof zur letzten Ruhe gebettet.