Gundremmingen / HZ Das Kernkraftwerk in Gundremmingen ist nach erfolgreicher Revision wieder am Netz. Dieses Mal mussten aufgrund der Corona-Pandemie zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen ist mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde nach erfolgreichem Brennelementwechsel und dem Abschluss aller Revisionstätigkeiten und Prüfungen wieder ans Netz gegangen. Das teilt der Betreiber in einer Pressemitteilung mit.

Im Laufe des Tages Montags wurde die Leistung der Anlage sukzessive hochgefahren.

Neben der Abarbeitung von etwa 2300 Instandhaltungs- und Prüfaufträgen stand die diesjährige Revision verstärkt im Zeichen der Corona-Pandemie und der umfangreichen Schutzmaßnahmen. „Unsere im Vorfeld mit allen beteiligten Behörden abgestimmten zusätzlichen Hygieneregeln und Vorsorgekonzepte waren nach heutigem Stand erfolgreich“, so der Technische Geschäftsführer Dr. Heiko Ringel.

Fiebermessen, Abstandhalten, Maskenpflicht

Im Sinne eines größtmöglichen Gesundheitsschutzes wurde beispielsweise die Körpertemperatur vor Betreten der Anlage gemessen und bei Arbeiten, bei denen der notwendige Abstand nicht gewährleistet werden konnte, mussten konsequent Masken getragen werden.

Darüber hinaus trugen Abschirmwände, zusätzlich geschaffene Raumbereiche für Verpflegung sowie ein Konzept zu versetzten Arbeitszeiten und ein Hygieneteam zur Umsetzung der Schutzmaßnahmen bei.

Während der Revision, für die RWE rund zwölf Millionen Euro investierte, wurde das Kraftwerk einem intensiven Wartungs- und Prüfprogramm unterzogen. Im Zuge des Brennelementwechsels wurde der Reaktorkern mit 100 frischen Brennelementen beladen.

Darüber hinaus fanden in diesem Jahr vor allem Prüfungen und Nachrüstungen an sicherheitstechnisch relevanten Komponenten der Kühlkreisläufe statt. Alle Arbeiten, die mit der nuklearen Sicherheit in Verbindung stehen, wurden durch die atomrechtliche Aufsichtsbehörde sowie durch Sachverständige des TÜV begleitet und überwacht.

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