Neresheim / HZ Ein Leserbrief zu den Sanierungen auf dem Areal des Klosters Neresheim.

Man sollte es nicht verkommen lassen. Das Kloster Neresheim ist Aushängeschild und Leuchtturm des Härtsfelds. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts war auch das landwirtschaftliche Klostergut samt Landwirtschaftsschule weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt und geschätzt.

Der Abt wurde alljährlich auf dem Härtsfelder Sommerfest bei der Bauernkundgebung als größter Bauer des Härtsfelds extra begrüßt und umschmeichelt. Dieser Glanz vergangener Jahre ist verblichen.

Auch weil die Klosterregenten der Landwirtschaft den Rücken gekehrt haben und jahrzehntelang nichts mehr investiert haben. Schlussendlich wurde der Betrieb verpachtet an einen tüchtigen Pächter.

Nun stehen größere Reparaturen an. Nicht, wie in der Überschrift vom Samstag stand, fürs Klosterdach, sondern für die Ökonomiegebäude. Es sind die Dächer der landwirtschaftlichen Gebäude, die schätzungsweise leerstehen oder ein paar Tieren und Maschinen Unterschlupf bieten. Allesamt wahrscheinlich hunderte Jahre alt und in keinster Weise geeignet für eine heutige wirtschaftliche bäuerliche Unternehmung. Wenn das Dach schon elf Millionen kostet, was kostet es dann, die Bausubstanz darunter zu richten?

Ökonomie hat mit Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit zu tun. Da diese im Kloster schon lange leidet, folgender Vorschlag an den Chef Pater Albert: Schauen Sie, dass diese Teile des Klosters aus dem Denkmalschutz rauskommen, reißen Sie diese ab und bauen für die Hälfte der zwielichtigen Klostermillionen für Ihren Pächter Gebäude, die ins Ensemble passen und sich in der heutigen Zeit wirtschaftlich betreiben lassen.

Die anderen zwei Millionen sollten für den Lebensabend einer handvoll genügsamer Patres reichen.

Es ist heutzutage nicht mehr vermittelbar, dass die Kirche Millionen hortet und die Allgemeinheit soll ihre Wirtschaftsgebäude richten.

Übrigens: Wenn man Eigentümer von 200 Hektar Land ist, bekommt man auch äußerst günstig Kredit. Den müssen Normalsterbliche auch manchmal aufnehmen.

Bernhard Randler, Hofen