Mann kann es drehen und wenden wie man will, die Christdemokraten und Christsozialen haben am Wahlsonntag ein Votum attestiert bekommen, das sie als abgehalftert, entkräftet, müde und abgestraft wie nie zeigt.

Dabei verloren allein drei amtierende CDU-Bundesminister mit Peter Altmaier - Wirtschaftsminister - Annegret Kramp-Karrenbauer - Verteidigungsministerin - und die glücklose Julia Klöckner - Landwirtschaftsministerin krachend ihre Wahlkreise - Direktmandate und ein Vierter Unions-Minister Andreas Scheuer CSU verlor in seinem Wahlkreis nicht weniger als 16,8 % an Wählerstimmen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und die Wahl zum Berliner Senat hat der Wähler der CDU eine historische Wahlniederlage beschert. Vor diesem Hintergrund wurde von Laschet und der CDU ein würdevoller und hochachtbarer Abgang sträflich verpasst.

Jetzt versuchen die Unions-Protagonisten krampfhaft mit Großmannsucht und Demut den Strohhalm zum Einzug ins Kanzleramt mit der Brechstange zu greifen.

Dabei bedeutet doch Demut, dass man die äußeren Gegebenheiten hinzunehmen hat ohne darüber zu klagen und zu jammern und sich selbst nicht zu wichtig zu nehemen. Zur Stunde erleben wir stattdessen ein herumgeeiere und einen politischen Routine-Kuhhandel der den Wählerwillen nicht gerecht wird. Einen zukunftsgerechten Aufbruch und eine spür- und sichtbare Klimapolitik kann es nur mit einer sozialen Gerechtigkeit sprich Sozialpolitik und umgekehrt geben.

Der CDU und den Christdemokraten, die unter dem Cäsarenwahn leiden, möchte ich die Bergpredigt im Matthäusevangelium in Erinnerung bringen, wo es heißt :

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht.“

Also Christdemokraten: Demut nicht nur verkünden, sondern praktizieren und anwenden !

Karl Maier, Unterkochen