Unterkochen / hz Leserbrief zu Gewalt bei Fußballspielen und dem Umgang des Deutschen Fußballbundes damit.

Als ehemaliger aktiver Fußballspieler bin ich entsetzt wie Emotionen und Leidenschaften auf den Fußballplätzen immer mehr und häufiger in Brutalisierung und Gewalt gegen Schiedsrichter, Trainer und gegenerische Spieler ausartet. Da posaunen es fast täglich Gott und die Welt hinaus, dass Fußball die herrlichste Nebensache der Welt sei: Dabei lauten die wöchentlichen Schlagzeilen, dass es auf den Fussballfeldern eine zunehmende Verrohung, Brutalisierung sowie massive handgreifliche Angriffe und Gewaltgegen Schiedsrichter und Trainer gäbe.

Als jüngste und wohl auch hässlichste Szene darf kurz vor dem Ende der Bundesligapartie SC Freiburg und Eintracht Frankfurt (1:0) durch Frankfurts Kapitän David Abraham eingestuft werden. Da rannte doch Frankfurts Kapitän wie ein wild geworderner Stier auf den Freiburger Coach und Trainer Christian Streich zu und streckte ihn mit einem üblen Bodycheck nieder. Die Rote Karte wahr wohl zurecht und unausweichlich durch den Schiedsrichter ausgesprochen. Mein sportliches Gefühl sagte mir, dass nach dieser Attake und dem fehlenden Respekt gegenüber einem Übungsleiter/Trainer er als Kapitän nicht mehr tragbar ist.

Wenige Tage danach wurde ich jedoch eines besseren belehrt. Der Verein bestätigte ihn weiterhin als Kapitän und der Übeltäter müsse 35 000 Euro an eine wohltätige Einrichtung bezahlen. Ja, und der Kontrollausschuss des DFB verhängte ihm eine Gnaden-Sperre von lächerlichen sieben Wochen. Da frage ich mich schon, ob so ein Spieler der einen gegnerischen Trainer derart attakiert, ein Vorbild für die vielen tausende Amateur- und nicht zuletzt Jugendspieler ist.

Für solche Gewalttäter müsste als Abschreckung eine Sperre von zwölf Monaten und eine Geldstrafe von mindestens 50 000 Euro vom DFB ausgesprochen werden.

Ein solches Exempel hat der DFB-Kontrollausschuss leider, leider verschlafen.

Karl Maier, Unterkochen