Kösingen / Viktor Turad Der Neresheimer Gemeinderat hat Arbeiten im Untergrund des Kösinger Freibads vergeben. Damit kommt man der Eröffnung zu Pfingsten 2020 einen Schritt näher.

Der Neresheimer Gemeinderat hat sich zu einer außerplanmäßigen Sitzung getroffen. Der Grund für die Urlaubsunterbrechung war die Sanierung des Kösinger Freibads. Es galt konkret, die Beton- und Stahlbetonarbeiten für die Gründung des Edelstahlbeckens und das Technikuntergeschoss zu vergeben. Einmütig erhielt die Ederheimer Firma Brenner Bau den Zuschlag für rund 100 000 Euro.

Die Zeit drängt

Die Vergabe konnte nicht warten, weil sonst der Zeitplan in Gefahr geraten wäre. Denn die Stadt Neresheim will das sanierte Freibad zu Pfingsten kommenden Jahres wieder in Betrieb nehmen. Ursprünglich war vorgesehen, die Kösinger Freizeiteinrichtung ab dem Jahr 2021 zu sanieren, weil laufende Maßnahmen Vorrang haben sollten, vor allem die Erschließung und Erweiterung des Gewerbegebiets Im Riegel für vier Millionen Euro. Damals hatte man noch gehofft, die massiven Wasserverluste im Freibad durch die Abdichtung eines Lecks in den Griff bekommen zu können.

30 000 Liter Verlust pro Tag

Diese Hoffnung trog jedoch. Aufgrund von Setzungen im Beckenbereich und Undichtigkeiten in der Folie des Beckens kam es zum Ende der Badesaison 2018 zu extrem hohen Wasserverlusten von 30 000 Litern pro Tag. Daher, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Gemeinderat, war ein Weiterbetrieb des Freibades aus ökologischen (Trinkwasserverluste) und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich. Im Übrigen habe man während der laufenden Arbeiten festgestellt, dass der Boden wegen dieser Wasserverluste richtig nass sei, sagte Stadtbaumeister Bernd Wengert im Gemeinderat.

Ohne Zuschüsse

Daher schlug Bürgermeister Thomas Häfele dem Gemeinderat mit Erfolg vor, die mit zwei Millionen veranschlagte Sanierung sofort anzugehen und deswegen einerseits einige andere Maßnahmen zurückzustellen und andererseits kurzfristig eine höhere Verschuldung in Kauf zu nehmen. Inzwischen ist auch klar, dass die Stadt das Vorhaben ohne Zuschüsse von Land oder Bund durchziehen muss.

Der wichtigste Abschnitt der Freibadsanierung ist das 21 mal 50 Meter große neue Becken. Gemäß Gemeinderatsbeschluss wird es als Edelstahlbecken ausgeführt. Ein weiteres wichtiges Element des technischen Bereiches ist der Anbau für Technik an das bestehende Gebäude im Untergeschoss, der zwei Schwallwasserbehälter und einen Technikraum enthält. Unter Schwallwasser versteht man das Wasser, das im Schwimmbad über den Beckenrand tritt und in einen Behälter ablaufen muss. Die ausgeschriebenen Beton- und Stahlbetonarbeiten beinhalten die Fundamente für das neue Edelstahlbecken sowie die Beton- und Stahlbetonarbeiten für den neuen Technikanbau im Untergeschoss.