Wer im südlichen Bereich des Landkreises Heidenheim wohnt und am Samstag, 10. Oktober, den ein oder anderen mehr oder minder lauten Knall hört, muss sich nicht wundern. In den Gundelfinger Kiesgruben ist quasi den ganzen Nachmittag und Abend lang Silvester. Denn: Angekündigt haben sich fünf deutsche Feuerwerkshersteller. Sie wollen an diesem Tag Fachhändlern ihre Neuheiten präsentieren.

Wann werden die Feuerwerke gezündet?

Zum ersten Mal laut wird es um 16.50 Uhr. Dann wird ein fünfminütiges Tagfeuerwerk gezündet. Danach kehrt noch einmal Ruhe ein, bevor es zwischen 19.15 und 22 Uhr zum Abbrennen von Silvesterfeuerwerken geht. Diese werden laut Information der fünf Veranstalter einzeln präsentiert. Zum Abschluss soll dann um 22.05 Uhr ein exakt fünf Minuten dauerndes Großfeuerwerk folgen.

Wieso findet die Veranstaltung bei Gundelfingen statt

Produktvorführungen wie diese sind behördlich genehmigt und finden nach Auskunft der Veranstalter jedes Jahr statt. Und zwar immer in einem anderen Bundesland. So folge auf Baden-Württemberg im vergangenen Jahr nun Bayern, 2021 sei die Veranstaltung in Thüringen geplant. Dabei werde stets nach Orten gesucht, die außerhalb von Ortschaften und nicht in der Nähe eines Waldes liegen, aber dennoch die nötige Infrastruktur (Toiletten, Parkplätze, die Möglichkeit Essen und Getränke bereitzustellen) aufweisen.

Entstehen durch die Feuerwerke Schäden?

Durch die Produktvorführung, teilen die Veranstalter weiter mit, entstünden keine Schäden. So würden weder giftige Substanzen freigesetzt, noch werde in die Natur eingegriffen. Zu Boden falle nach Verbrennen des Schwarzpulvers lediglich Asche, hinzu kämen Papierreste. Letztere werde man nach Ende der Veranstaltung umgehend mit zahlreichen Helfern entfernen.

Peta protestiert gegen das Abbrennen der Feuerwerke

Die Tierrechtsorganisation Peta sieht all das jedoch anders. Man kritisiere die Veranstaltung scharf, heißt es in einer Mitteilung. Feuerwerke verschmutzten die Natur sehr wohl. Außerdem sei man gegen die Veranstaltung, weil „Feuerwerkskörper für Tiere und Menschen stets Gefahr, mitunter sogar Lebensgefahr, bedeuten“. Ausschlaggebend für den Stress seien Lärm, unnatürliche Lichter und Rauchschwaden. Wildtiere, schreibt Peta, könne das Flüchten so viel Kraft kosten, dass sie die Wintermonate nicht überlebten. Vögel seien ebenfalls gefährdet, da sie in ungewöhnliche Höhen auswichen. Man appelliere daher an Gundelfingens Bürgermeisterin Miriam Gruß, Feuerwerke im privaten und kommerziellen Rahmen grundsätzlich zu verbieten.

Die Veranstaltung wurde am Samstag abegsagt: