Altheim/Alb / Laura Strahl Die von fünf Herbrechtinger Lehrern gegründete Freie Realschule Altheim wird im September mit zwei 5. Klassen starten – unerwarteterweise. Auch viele Kinder aus dem Kreis Heidenheim sind unter den angemeldeten Schülern.

36 Anmeldungen. Mit diesem Ergebnis nach Ablauf der offiziellen Anmeldefrist ist das Team der neu gegründeten Altheimer Privatschule mehr als zufrieden. Denn gerechnet hatte man mit deutlich weniger Anmeldungen. Der Privatschulverband, sagt Schulleiterin Anja Österreicher, habe der neuen Schule zum Start zwischen zehn und 14 Schüler prognostiziert. Dass es nun anders gekommen sei, mache sie „total happy“. Um keine Schüler ablehnen zu müssen, wird es zum Schulbeginn im September nun anders als geplant nicht nur eine 5. Klasse mit maximal 24 Schülern, sondern zwei 5. Klassen geben.

An der Anzahl der Lehrer ändert sich indes nichts. Für das erste Schuljahr bleibt es trotz des großen Ansturms bei vier Lehrern mit dreieinhalb Lehraufträgen. Im zweiten Betriebsjahr, sagt Österreicher, müsse man das Personal dann aber mehr aufstocken als ursprünglich gedacht: An der Schule im Alb-Donau-Kreis sollen dann zwei neue Lehrkräfte hinzukommen.

Apropos Alb-Donau-Kreis: Die angemeldeten Schüler stammen nicht nur aus diesem Landkreis, sondern auch aus Gemeinden im Kreis Heidenheim. So liegen Österreicher neben Anmeldungen aus Neenstetten, Bernstadt, Lonsee und Altheim selbst auch Anmeldungen aus Herbrechtingen, Anhausen, Heldenfingen, Dettingen und Gerstetten vor. In Zusammenarbeit mit einem privaten Busunternehmer wurden deshalb bereits Busverbindungen bis nach Herbrechtingen organisiert – für all jene Schüler, die nicht mit dem Linienverkehr zur Schule kommen können.

Woran aber liegt überhaupt das große Interesse an der neuen Schule? In den Anmeldegesprächen hat Österreicher von den Eltern verschiedene Begründungen zu hören bekommen. Das Konzept, das sich die fünf ehemaligen Bibrisschullehrer ausgedacht haben, spielt aber offenbar eine große Rolle.

So sollen die Kinder in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch jeweils von zwei Lehrern unterrichtet werden. „Das finden die Eltern toll“, sagt Österreicher. Genau wie die viele Freizeit, die die Kinder nach der Schule zur Verfügung haben – Nachmittagsunterricht ist an der Freien Realschule Altheim nicht geplant.

Ebenso eine Rolle spielt aus Österreichers Sicht die Größe der Schule. Im Vergleich zu Schulzentren wie es sie heute vielfach gibt, sei die Freie Realschule Altheim kleiner und persönlicher.

Eines dieser Schulzentren, das Bildungszentrum Gerstetter Alb mit Grund-, Werkreal- und Förderschule, liegt gerade einmal sieben Kilometer von Altheim entfernt. Die Frage, ob und wie sich die hohen Anmeldezahlen in der Nachbargemeinde auf die Zahlen der Gerstetter Werkrealschule – im aktuellen Schuljahr wird dort eine 5. Klasse unterrichtet – auswirken, lässt sich allerdings nicht beantworten. Auf Anfrage war darüber keine Information zu bekommen.

Von Herbrechtingen nach Altheim: Entstehung einer Schule

Die Freie Realschule Altheim, an der sowohl der Hauptschul- als auch der Realschulabschluss gemacht werden kann, wurde von fünf Lehrern der Herbrechtinger Bibrisschule gegründet.

Anja Österreicher, Wulf Saur, Markus Maier, Bettina Ehringer und Werner Kobes sahen die Möglichkeit, ihre Ideen umzusetzen, lediglich an einer privaten Schule gegeben. Den passenden Ort dafür fanden sie in Altheim, wo die letzte Schule, eine Werkrealschule, zum Schuljahresende 2013/14 geschlossen wurde. Im Endausbau mit Klasse zehn sollen an der neuen Schule zwölf Lehrer tätig sein.

Bis zum Schulstart am 12. September müssen die Gebäude noch in Schuss gebracht werden. Momentan wird unter anderem am Brandschutz und an der Elektrik gearbeitet. Insgesamt investiert die Gemeinde eine dreiviertel Million Euro in die Renovierungsarbeiten der beiden zur Verfügung stehenden Schulgebäude.