Es war einer der Höhepunkte im Jahresablauf: die Neresheimer Lichternacht & Kneipenfest. Eine Neuauflage wird es aber wahrscheinlich nicht mehr geben. Denn der Veranstalter, die Kulturinitiative, hat sich aufgelöst.

Nur noch neun aktive Mitglieder

„Es ist zu viel Aufwand auf zu wenig Schultern“, begründet Vorsitzender Martin Schill diesen einschneidenden Schritt. Alle Bemühungen, weitere Mitstreiter zu gewinnen, hätten nicht gefruchtet. Zuletzt hatte der Verein 13 Mitglieder, von denen neun aktiv waren.

Die Kulturinitiative hat daher bei der Jahreshauptversammlung die Auflösung des Vereins beschlossen. Liquidatoren sind der bisherige Vorsitzende Martin Schill und der bisherige Kassierer Jan Schmidt. Danach und nach einem Sperrjahr fällt das Vermögen des Vereins in Höhe von etwa 9000 Euro an die Stadt Neresheim. Diese muss es dann laut Vereinssatzung unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke im Sinne des Vereinszweckes, der Förderung von Kunst und Kultur, verwenden.

Spenden für andere Einrichtungen fallen weg

Die Abwicklung des Vereins hat noch eine weitere Folge: Er wird auch keine Einrichtungen in der Stadt mehr unterstützen können. Durch die Lichternächte konnte der Verein nach eigenen Angaben seit 2012 knapp 60 000 Euro gemeinnützigen oder sozialen Einrichtungen, Projekten oder Institutionen als Spenden zur Verfügung stellen.

Ins Leben gerufen wurde die Kulturinitiative 2012. Damals standen die Lichternacht und das Kneipenfest bereits einmal auf der Kippe, weil der Förderverein der Musikschule sie nicht mehr ausrichtete. Schill: „Wir wollten das nicht sterben lassen.“

Bereits 2019 eine Absage für das Fest

Anfangs sei es auch ganz gut gelaufen, auch habe man bei den Events genügend Helfer, erinnert sich Schill. Aber es fehlte an Personen, die sich an den Verein binden wollten, zudem hatte man Abgänge meist aus gesundheitlichen Gründen zu verkraften. Bereits Ende vergangenen Jahres, als noch niemand von Corona redete, kündigte der Verein an, dass es 2020 keine Kneipen- und Lichternacht geben werde.

Bürgermeister bedauert Entwicklung

Es gab noch mehrere Gespräche mit der Stadt, berichtet Bürgermeister Thomas Häfele, und man habe Hilfe angeboten. „Wir bedauern das sehr“, kommentiert er die Auflösung des Vereins.