Gundremmingen / HZ Am Samstag wird das Kernkraftwerk Gundremmingen für vier Wochen heruntergefahren. Gerade während der Revision werden zusätzliche Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie getroffen.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen wird am Samstag, 13. Juni, für die diesjährige turnusmäßige Revision mit Brennelemente-Wechsel, die etwa vier Wochen dauern wird, heruntergefahren. Das teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Um der Corona-Pandemie entgegenzuwirken, habe man den bereits seit März im Kraftwerk geltenden erweiterten Infektionsschutz durch zusätzliche Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen intensiviert. „Die Gesundheit unserer eigenen Mitarbeiter, der Angehörigen unserer Partnerfirmen und der Menschen in der Region sowie die Sicherheit des Anlagenbetriebs haben für uns höchste Priorität“, betont Gerhard Hackel, stellvertretender Kraftwerksleiter.

Aus diesem Grund habe das Kraftwerk zusätzliche Hygieneregeln und Vorsorgekonzepte erarbeitet: Diese reichen von Körpertemperaturmessungen vor Betreten der Anlage, Selbstauskunftsbögen, Abstandsregelungen, zusätzlicher Belehrung der Mitarbeiter, Anweisungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen bis hin zur Verdichtung von Desinfektionsspendern in häufig frequentierten Arbeitsbereichen.

Container und Kantinenzelte sollen Abstand schaffen

Zusätzliche Containergebäude mit Büros und Umkleiden sowie mehrere Kantinenzelte wurden errichtet, um den Mitarbeitern das Abstandhalten zu ermöglichen.

„Durch die Revision kommen auch Menschen von außerhalb in unsere Region. Deswegen endet unsere Verantwortung nicht am Kraftwerkszaun“, unterstreicht Gerhard Hackel. Jeder Mitarbeiter der Partnerfirmen verpflichte sich, die derzeit allgemein geltenden sowie die vom Kraftwerk vorgegebenen Verhaltensregeln einzuhalten.

Damit die Mitarbeiter der Partnerfirmen sich möglichst wenig in öffentlichen Räumen aufhalten, stellt das Kraftwerk für alle externen Mitarbeiter während der Revision eine Versorgung am Standort sicher. Die Einhaltung der strengen Regeln zum Gesundheitsschutz wird durch eigens während der Revision tätige Corona-Schutz-Beauftragte auf dem gesamten Gelände überwacht. Alle Gesundheitsschutzmaßnahmen habe man im Vorfeld mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Günzburg abgestimmt.

Arbeiten kosten zwölf Millionen Euro

Der Fokus der Revision liegt auf Prüfungen und Nachrüstungen an sicherheitstechnisch relevanten Komponenten der Kühlkreisläufe. Zu Beginn werden die bisher im Reaktor befindlichen Brennelemente überprüft. Beim Brennelemente-Wechsel werden 100 neue Brennelemente eingesetzt. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund zwölf Millionen Euro.

Voraussichtlich nach vier Wochen Revisions- und Wartungsarbeiten wird das Kraftwerk wieder mit dem Netz synchronisiert werden.

In Block C des AKW Gundremmingen wurde ein Brennelementdefekt entdeckt. Der Reaktor soll deswegen Ende März heruntergefahren werden.