Nach gerade einmal sieben Tagen Unterricht ist für 40 Schüler der Neresheimer Härtsfeldschule im benachbarten Ostalbkreis schon wieder Schluss. Weil ein Neuntklässler am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet wurde, befinden sich nun alle Klassenkameraden des Jungen in Quarantäne.

Sieben Lehrer in Quarantäne

Ebenfalls betroffen, heißt es von Eltern, seien Schüler, die mit dem Neuntklässler im Bus gefahren sind bzw. mit ihm Sportunterricht hatten. Wie eine Sprecherin des Landratsamts im Ostalbkreis bestätigt, mussten sich auch sieben Lehrer in häusliche Isolation begeben.

Landkreis Heidenheim

Die Lehrer und natürlich alle Schüler, darunter auch sieben Kinder aus Groß- bzw. Kleinkuchen im Kreis Heidenheim, sollen nun auf das Coronavirus getestet werden. Und zwar ab Mitte der Woche, wie es von Seiten des Landratsamts im Ostalbkreis heißt. Erfolgen sollen die Abstriche auf dem Gelände der Neresheimer Härtsfeldschule, einer Grund-, Werkreal- und Realschule mit insgesamt rund 830 Schülern.

Heidenheimer Schüler werden in Neresheim getestet

Auch die betroffenen Schüler aus dem Kreis Heidenheim sollen dort getestet werden. Das Heidenheimer Gesundheitsamt, so die Sprecherin, bleibe aber für die Betreuung bzw. Überwachung der häuslichen Isolation zuständig. Wie die Mutter einer betroffenen Schülerin berichtet, heißt das für die Neuntklässlerin: Symptom-Tagebuch schreiben, Fieber messen, auf Veränderungen achten. Zudem werde die Familie von nun an täglich von Mitarbeitern des Heidenheimer Gesundheitsamts kontaktiert. Und das zwei Wochen lang. So lange nämlich dauert die angeordnete Quarantäne. Auch ein negatives Testergebnis könne daran nichts ändern, betont die Sprecherin.

Sofort auf Fernunterricht umgestellt

Bis auf Weiteres ist für die betroffenen 40 Schüler und sieben Lehrer nun also wieder Fernunterricht angesagt. Nach Stundenplan, wie Schulleiter Holger Fedyna beschreibt. „Die digitale Ausstattung der Härtsfeldschule ist hervorragend“, sagt er und spricht von verschiedenen Kanälen, die nun zum Einsatz kommen. Neben Videokonferenzen werde auch Unterrichtsmaterial an die Schüler versendet. „Die betroffenen Lehrkräfte sind hoch engagiert“, so Fedyna weiter. Verzögerungen beim Lernstoff sollen durch die Corona-Problematik jedenfalls nicht entstehen.

Heidenheim

Mehrere Schulen und Vereine betroffen


Die Härtsfeldschule ist nicht die einzige Schule im Ostalbkreis, die derzeit mit dem Coronavirus zu kämpfen hat. Auch am Ostalb-Gymnasium in Bopfingen, am Beruflichen Schulzentrum sowie an der Rauchbeinschule in Schwäbisch Gmünd gibt es Infizierte. In diesen Fällen wurden bzw. werden die betroffenen Kontaktpersonen vom Gesundheitsamt informiert und getestet.

Für einen Anstieg der Fallzahlen sorgen im Nachbarlandkreis zudem einige Fußballvereine. So wurden vergangene Woche etwa bei der Spielgemeinschaft Kirchheim/Trochtelfingen mehrere Personen positiv auf das Virus getestet. In der Folge wurden rund 50 Kontaktpersonen untersucht. Insgesamt gibt es im Umfeld der Spielgemeinschaft nun zwölf positive Testergebnisse (Stand 17.9.). Beim TV Bopfingen wurden vier Personen positiv getestet.

Im gesamten Ostalbkreis gibt es derzeit 89 aktive Fälle (Stand 21.9.). Die meisten davon, 20 bzw. 19 Stück, entfallen auf Bopfingen und Schwäbisch Gmünd. lst