Ellwangen / HZ Trotz langer Vorplanung hat sich im Verlauf der Sanierung des Virngrundtunnels gezeigt, dass weitere, unvorhergesehene Arbeiten notwendig sind. Dies verlängert die Bauzeit zwar um zwei Monate, macht aber eine spätere monatelange Sperrung überflüssig.

Das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) saniert seit Mai 2019 die gesamte Betoninnenschale des Virngrundtunnels auf der A7 und rüstet diesen betriebstechnisch auf den aktuellen Stand der Technik nach.

Hierzu gehören nach Angaben des RP unter anderem die Verlegung einer Löschwasserleitung, der Neubau eines sogenannten Havariebeckens, die Erstellung neuer Schachtbauwerke, die Anpassung der Fahrzeugrückhaltesysteme (darunter versteht man Beton- und Stahlschutzplanken) und die Erneuerung der gesamten Tunnelbetriebstechnik im Tunnel und im Betriebsgebäude.

Die Arbeiten in der Oströhre sind laut RP so weit fortgeschritten, dass diese bis voraussichtlich Mitte März 2020 abgeschlossen sein sollen. Im Anschluss beginnen die Arbeiten in der westlichen Tunnelröhre.

Unerwartete zusätzliche Arbeiten führen zu Verzögerung

Im Vorfeld der Bauarbeiten erfolgten umfangreiche Untersuchungen und Vorbereitungen der Arbeiten. Trotz dieser vorab Vorarbeiten stellte sich bei den Instandsetzungsarbeiten heraus, dass Anpassungen des Sanierungskonzeptes (Leerrohrverlegung aufgrund veränderter Tunnelgeometrie) und damit verbunden auch zusätzliche Arbeiten erforderlich wurden, die nicht vorhersehbar waren.

Der Virngrundtunnel auf der Autobahn A7 liegt zwischen Ellwangen und Dinkelsbühl-
Der Virngrundtunnel auf der Autobahn A7 liegt zwischen Ellwangen und Dinkelsbühl-
© Foto: Open Street Maps /HZ

Zusätzlich musste aufgrund gestiegener Anforderungen der Tunnelbetriebs- und Sicherheitstechnik unter anderem die erneuerte Löschwasserleitung im Bereich der Fahrbahn verlegt werden. Durch diesen zusätzlich erforderlichen Arbeitsschritt ergab sich jedoch die Möglichkeit, nun gleichzeitig die rund 32 Jahre alte Betonfahrbahn vollständig erneuern zu können.

Fahrbahn gleich mit erneuern

Angesichts des Alters der Fahrbahn wäre diese Sanierung kurz- bis mittelfristig ohnehin erforderlich geworden, so das RP. In einigen Jahren hätte dies zu einer erneuten Baustelle mit Verkehrsbeeinträchtigungen von etwa sechs bis neun Monaten geführt. So wird die bestehende Sanierung nun genutzt, um weitere zusätzliche Verkehrseinschränkungen für eine separat auszuführende Fahrbahndeckenerneuerung – die mit weiteren Sperrungen der Autobahn und Ausweichverkehr verbunden wäre – zu vermeiden.

Erfahrungen aus der Oströhre helfen bei Arbeiten an der Weströhre

Anhand der Erfahrungen bei der Sanierung der Oströhre lassen sich die anschließenden Instandsetzungsarbeiten in der Weströhre optimieren, sodass die benötigte Zeit für die Sanierung der Weströhre verkürzt werden kann.

Die Sanierungsarbeiten an der Oströhre dauern rund zehn Monate. Für die Weströhre sind nun etwa sieben Monate eingeplant. Die Bauarbeiten sollen somit bis voraussichtlich Oktober 2020 abgeschlossen werden.

Durch die Optimierung bei der kommenden Sanierung der Weströhre ergibt sich trotz der unvorhergesehenen Mehrleistungen und der nun zusätzlichen Fahrbahndeckenerneuerung dennoch laut RP „nur eine Verlängerung der Zeitdauer des Eingriffs in den Verkehr der Autobahn A 7 von 15 auf 17 Monate“.

Die Kosten der Bauarbeiten liegen insgesamt bei aktuell 28 Millionen Euro. Hierin sind die Kosten für die Mehrarbeiten, die zusätzliche Fahrbahndeckenerneuerung sowie die aus Verkehrssicherheitsgründen installierte bauzeitliche Stauwarn- und Tunnelsperranlage enthalten. Die Kosten trägt der Bund als Baulastträger.

Das Regierungspräsidium Stuttgart bittet die betroffenen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie die vom Umleitungsverkehr betroffenen Städte und Gemeinden um Verständnis für die unvermeidbaren Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

Am Virngrundtunnel auf der A7 kommt es durch die dortige Baustelle immer wieder zu Staus. Dennoch sollen Autofahrer auf der A7 bleiben und die Stelle nicht umfahren. Warum:

In der Nacht auf Donnerstag musste der Virngrundtrunnel mehrere Stunden in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden.