Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Baden-Württemberg hat zum dritten Mal den Mitbestimmungspreis „Gute Arbeit – ausgezeichnet“ verliehen, mit dem innovative Projekte von Mitbestimmungsgremien in Baden-Württemberg gewürdigt werden. Gewinner 2022 in der Kategorie Großbetriebe ist der Betriebsrat der Carl Zeiss SMT GmbH am Standort Oberkochen.

Ausgezeichnet wurde die zukunftsweisende Vereinbarung zu neuen Arbeitszeitmodellen mit einer Beschäftigungssicherung bis 2030. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Betriebs- und Personalräteempfangs statt, zu dem die baden-württembergische Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut als Schirmherrin ins Haus der Wirtschaft in Stuttgart eingeladen hatte.

Die Ministerin betonte bei der feierlichen Preisübergabe: „Für die Entwicklung unserer Gesellschaft hat die Mitbestimmung einen hohen Stellenwert, sie ist eine Grundsäule der sozialen Marktwirtschaft und ermöglicht Kooperation und Integration. Sie sorgt für einen Interessenausgleich zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten und wird durch einen hohen persönlichen Einsatz gelebt.“

Der Vorsitzende des DGB Baden-Württemberg, Kai Burmeister, fügte in seiner Laudatio hinzu: „Mit seiner eindrucksvollen Betriebsvereinbarung ist es dem Betriebsrat der Carl Zeiss SMT gelungen, Produktivitätsgewinne und Wachstumsrisiken fair zu verteilen und mehrere Tausend Arbeitsplätze bis in das neue Jahrzehnt auf der Ostalb abzusichern. Diese Vereinbarung kann zu Recht als Blaupause erfolgreicher Beschäftigungssicherung bezeichnet werden.“

Vorteile für die Beschäftigten

Die Schirmherrin übergab den Preis an den Vorsitzenden des SMT-Betriebsrats Oberkochen, Gerhard Bösner, und sein Betriebsratsteam. „Über die Auszeichnung freuen wir uns sehr. Noch wichtiger ist uns aber, dass wir mit dieser Vereinbarung unser Unternehmen bei seinem ambitionierten Wachstumskurs unterstützen können und zugleich für alle Beschäftigten am Standort Oberkochen viele Vorteile wie eine Beschäftigungssicherung, ein Drei-Tage-Modell am Wochenende bei vollem Lohnausgleich, mehrere Hundert Entfristungen sowie Verbesserungen bei Infrastruktur, Gesundheitsschutz und Qualifizierung erreicht haben. So eine Betriebsvereinbarung ist außerdem immer ein Gemeinschaftswerk, das nur im vertrauensvollen Zusammenspiel zwischen Mitbestimmungsgremium und Arbeitgeber möglich ist. Wir sind stolz darauf, wie gut uns das bei der SMT gelungen ist“, betonte Bösner in seiner Dankesrede.

Dr. Jens Werner, Leiter SMT-Personalmanagement und Mitglied im SMT-Management-Team, gratulierte dem Betriebsratsgremium mit den Worten: „Die neue Betriebsvereinbarung ist eine wichtige Reaktion auf das starke Wachstum und die große Nachfrage im Halbleitermarkt, die eine hohe Auslastung für Produktion und Entwicklung zur Folge hat. Damit können wir die gestiegenen Kundenbedarfe noch besser bedienen und unsere Marktposition sichern. Die Vereinbarung hat den Preis und die damit verbundene öffentliche Anerkennung daher verdient.“