Kurz nach der Trennung vom Stromnetz um 20 Uhr schalteten die Mitarbeiter den Reaktor entsprechend den Regelungen im Atomgesetz endgültig ab, so teilt es der Betreiber mit. Der letzte Abfahrvorgang erfolgte im Beisein von Nikolaus Valerius, Kernenergievorstand der RWE Power, dem Anlagenleiter Dr. Heiko Ringel und einem Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz als zuständiger Aufsichtsbehörde.

Nach achtjähriger Bauzeit ging Block C im März 1985 erstmalig ans Netz. Seither habe der Block – abgesehen von Revisions- und Wartungsphasen – um die 362 Milliarden Kilowattstunden Strom CO2-frei erzeugt. Mit der im Block C produzierten Leistung konnten nach Angaben des Betreibers rund drei Millionen Privathaushalte oder ein Ballungsraum wie München inklusive Industrie, Gewerbe und Verkehrsmitteln verlässlich mit Strom versorgt werden. Die gesamte, am Standort Gundremmingen in 37 Betriebsjahren erzeugte Energiemenge belaufe sich auf etwa 709 Terrawattstunden.

2021 das erfolgreichste Jahr

Seit Inbetriebnahme sei die Anlage zu rund 90 Prozent der Zeit verfügbar gewesen. Mit fast 100 Prozent Verfügbarkeit und einer Stromproduktion von rund 11,4 Milliarden Kilowattstunden sei 2021 das erfolgreichste Jahr der Anlage gewesen.

Die nun für den Rückbau von Block C notwendige atomrechtliche Genehmigung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) liegt seit Mai 2021 vor, so der Betreiber. Erster Schritt werde die Entladung der Brennelemente aus dem Kern und die Verbringung ins Abklingbecken sein. Anschließend steht das Thema „Platz schaffen“ für den sicheren Rückbau im Vordergrund der Tätigkeiten: Um Transportwege, Logistikflächen und Stellplätze für Maschinen zu schaffen, werden Strahlenschutzwände und Betonriegel ausgebaut.

Gundremmingen

„Ausgenommen von sämtlichen Rückbauaktivitäten sind selbstverständlich Systeme, die zum einen für die sichere Lagerung und Handhabung der Brennelemente in den Blöcken B und C benötigt werden, und solche, die eine sicherheitstechnische Funktion für den Betrieb des Kontrollbereiches und der Aktivitätsrückhaltung/-überwachung haben“, betont Anlagenleiter Dr. Heiko Ringel den weiterhin geltenden Sicherheitsanspruch.

„Für den Rückbau werden perspektivisch weniger Kolleginnen und Kollegen als im Leistungsbetrieb benötigt. Wir werden den Transformationsprozess weiterhin begleiten. Auch im Rückbau können unsere hochqualifizierten Kolleginnen und Kollegen bis in die Mitte der 2030er Jahre ihre über viele Jahre hinweg erworbene Anlagenkompetenz an zahlreichen Stellen und in spannenden Tätigkeitsfeldern einbringen“, erklärt Betriebsratsvorsitzende Elke Blumenau.