Unterkochen kämpft um die Kreissparkassen-Filiale im Ort. Der Handels- und Gewerbeverein will die angekündigte Schließung nicht einfach hinnehmen. Brigitte Willier macht sich nicht nur als Blumenhändlerin, sondern auch als Vorsitzende des Unterkochener Handels- und Gewerbevereins für den Verbleib der KSK-Filiale stark. „Für uns als Handels- und Gewerbeverein ist es wichtig, unsere Infrastruktur, die Geschäfte in Unterkochen zu erhalten“, wird sie von der „Schwäbischen Post“ zitiert. Wenn nun die Kreissparkasse dichtmache, sei wieder ein Anreiz, in den Ort zu gehen, weg. Jedes einzelne Geschäft, jeder Frequenzbringer zähle, deshalb: „Wir möchten die Kreissparkasse in Unterkochen nicht einfach gehen lassen.“ Gerade für ältere Mitbürger, ohne PC und Onlinebanking, sei die Filiale wichtig. „Es kann bei solchen Beschlüssen nicht immer nur ums Sparen gehen! Gerade die Kreissparkasse wirbt mit Kundenfreundlichkeit und Nähe.“

Schlagopfer verhindern

Die Planungen laufen schon seit neun Jahren, das Genehmigungsverfahren dauerte fünf Jahre: Jetzt hat das Landratsamt Alb-Donau-Kreis der Firma WPD die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen für zwei Windkraftanlagen bei Laichingen übergeben. Zuvor war das Vorhaben durch den Artenschutz gebremst worden. Denn in der Nähe der geplanten Anlagen gibt es drei Brutstätten des Roten Milan. Ein laut Landrat Heiner Scheffold „innovativer Lösungsansatz“ ermöglicht den Bau der Windräder. Die Anlagen verfügen laut der „Südwest Presse“ über ein automatisiertes Kamerasystem, das den Rotor stoppt, sobald ein großer Vogel in die Nähe kommt. So sollen Schlagopfer verhindert werden. Das System mit dem Namen „IdentiFlight“ wurde in einer dreijährigen Studie in Nord- und Ostdeutschland erprobt. Nach einer Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes vom Juli 2022 gilt es nun offiziell als eine von möglichen Schutzmaßnahmen für Vögel.

Triage am Telefon

Wer in der Kinderarztpraxis in Lauingen anruft, erreicht eine freundliche Computerstimme. Sie stellt sich als „digitale Assistenz“ vor und zählt die Anrufgründe auf. Termin? Rezept? Nachfrage? Name des Patienten? Die Computerstimme gibt es schon länger, erklärte Karsten Stahnke, der die Praxis leitet, jetzt der „Donau Zeitung“. „An einem Montag sind auf diesem Anrufbeantworter derzeit rund 800 Anrufe.“ Und alle müssen die Mitarbeiterinnen einordnen. Ist es ein harmloser Schnupfen oder etwas Ernsteres? Etwa das grassierende RS-Virus, die Grippe oder eine andere Infektion? Von vier Praxishelferinnen hingen derzeit zwei dauerhaft nur am Telefon, so der Mediziner. „Natürlich sehen wir nicht 800 Kinder am Tag.“ Viele Fälle würden von den Kinderkrankenschwestern der Praxis am Telefon geklärt. Manches geht über die Videosprechstunde. „Ich habe gut geschulte Mitarbeiterinnen, die nach einem klaren Triage-System arbeiten.“

Ein buntes Bild an Krankheiten

Das Wort Triage weckt ungute Erinnerungen, schwebte es doch in Hoch-Pandemiezeiten wie ein Damoklesschwert über dem Gesundheitssystem. Doch in Kinderarztpraxen ist das Sortieren von Fällen nach Dringlichkeit derzeit Alltag. Ein „buntes Bild“ an allen möglichen Krankheiten biete sich in der Praxis. Influenza, Noroviren, Corona. Momentan kommt alles zusammen. „Man muss sich darauf einstellen, dass die Versorgung von schwer kranken Kindern nicht mehr optimal funktioniert“, so Stahnke. Er gibt ein Beispiel: Normalerweise würde er Kinder mit Atemnot zur Beobachtung in die Kinderklinik schicken. „Das geht nicht mehr. Wir können nur die kränksten Kinder schicken.“ Alle anderen müsse man in der Obhut der Eltern lassen und diesen mit auf den Weg geben, den Notarzt zu rufen, wenn es schlimmer wird. „Die Kliniken sind alle voll, wenn wir ein Bett suchen, heißt es mitunter, das nächste freie ist in Frankfurt.“

Polizist warnte einen Kumpel

„Bin jetzt auf Streife, heute Nacht freie Bahn“ oder „heute sehr gefährlich“: Mit solchen Kurznachrichten wurde ein Mann gewarnt, der wegen verschiedener Verkehrsdelikte seinen Führerschein eingebüßt hatte. Diese Tipps für einen Kumpel aus Jugendtagen haben einem Polizisten von einem Revier im Kreis Günzburg wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses ein Strafverfahren vor dem Amtsgericht eingebracht. Ein Schuldspruch könnte für den 31-Jährigen gravierende Folgen haben.

Insgesamt neun Mal hat der Polizeiobermeister nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und einem Bericht der „Günzburger Zeitung“ zufolge seine Warnnachrichten an den gleichaltrigen Kumpel verschickt. Wegen der gravierenden Vorwürfe wurde der Obermeister vorläufig vom Dienst suspendiert. Sollte der Polizist wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses verurteilt werden – der Strafrahmen reicht in diesem Fall bis zu fünf Jahren Haft – drohen ihm auch disziplinarrechtliche Konsequenzen bis hin zu seiner Entlassung.

Überfall mit brutaler Gewalt

Szenen wie aus einem Actionfilm müssen sich am Mittwochabend im Industriegebiet von Haldenwang im Kreis Günzburg abgespielt haben. Laut der „Günzburger Zeitung“ war ein Kurierfahrer gegen 20 Uhr auf dem Gelände einer Spedition mit Verladearbeiten beschäftigt, als er von drei bislang unbekannten Männern angegriffen wurde. Die drei prügelten und traten mit Händen und Füßen auf das 24-jährige Opfer ein. Und das mit derart „brutaler Gewalt“, dass der Kurierfahrer das Bewusstsein verlor. Nachdem der Mann wieder zu sich gekommen war, waren die Täter geflüchtet und hatten einen Teil der Ladung an sich genommen. Hinsichtlich des Diebesgutes können bislang keine Angaben gemacht werden. Der Kurierdienstfahrer wurde am Donnerstag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Er erlitt nach den Schlägen eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung. Die Ermittlungen laufen.

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