Einen ungewöhnlichen Fund hat am Dienstagmorgen ein Passant am Wanderparkplatz Zang-Irmannsweiler gemacht: Bei einer Pinkelpause entdeckte er am Wegesrand einen braunen Pappkarton – von beiden Seiten zugeklebt. Als der Mann den Karton öffnete, kamen fünf Hähne zum Vorschein.

Von beiden Seiten zugeklebt: So hatte der Passant die Kiste auf einem Wanderparkplatz gefunden.
Von beiden Seiten zugeklebt: So hatte der Passant die Kiste auf einem Wanderparkplatz gefunden.
© Foto: Tierheim

Im Heidenheimer Kreistierheim, wo die ausgesetzten Tiere jetzt untergebracht sind, will man den Fall zur Anzeige bringen. Große Hoffnung, dass der Täter gefasst werde, dürfe man sich aber nicht machen, sagt Julia Lambertz, stellvertretende Vorsitzende des Kreistierschutzvereins. „Bei der Anzeige geht es ums Prinzip“, schließlich sei das Aussetzen von Tieren strafbar – und zudem oft tödlich. „Die Hähne wären vermutlich elendig gestorben.“

Woher stammen die Tiere? Julia Lambertz hat eine Vermutung

Zum Glück aber ging es für die Tiere anders aus: Laut Lambertz sehen sie auf den ersten Blick gesund aus und legen ein normales Verhalten an den Tag. Auf Dauer könne man so viele Hähne aber nicht gemeinsam halten – zumindest nicht im Tierheim. Und wohl auch nicht in dem Privathaushalt, aus dem die ausgesetzten Tiere vermutlich stammen. „Es gibt immer mehr Hühnerhalter“, beschreibt Lambertz, und dementsprechend auch mal ausgebrütete Eier. Viele Besitzer stünden dann irgendwann vor der Frage: Wohin mit den unliebsamen Hähnen? „Eier legen sie nicht und laut sind sie auch“, sagt Lambertz und berichtet von einer deutschlandweit steigenden Zahl an Fundhähnen.

Jetzt sind die fünf Hähne im Heidenheimer Tierheim untergebracht.
Jetzt sind die fünf Hähne im Heidenheimer Tierheim untergebracht.
© Foto: Tierheim

Auch im Kreis Heidenheim ist es nicht der erste Vorfall dieser Art. Erst vor ein bis zwei Jahren, berichtet Lambertz, seien bei Ochsenberg drei Hähne ausgesetzt worden. „Einer war schon tot, als sie gefunden wurden.“