Königsbronn / HZ Im Sportverein Herwartstein (SVH) lief alles bestens – bis März 2020. Jetzt herrsche durch das Coronavirus Unsicherheit und in einigen Abteilungen sogar die Sorge um die nächste Saison, berichtet der Verein nach seiner Hauptversammlung.

Die Finanzen des Gesamtvereins sehen gut aus: Wie Kassierer Thomas Stiebritz im Rahmen der Hauptversammlung berichtet hat, konnte 2019 eine kleine Reserve für schlechtere Zeiten gebildet werden und die 2020 anfallende Steuernachzahlung wurde aufgrund der Pandemie vorübergehend ausgesetzt. Allerdings werde sich erst Ende des Jahres herausstellen, ob bestimmte Abteilungen in finanziellen Schwierigkeiten stecken und ob ein Zuschuss beim Württembergischen Landessportbund/Land beantragt werden muss.

Ringerabteilung sammelte Altpapier

Für die Ringerabteilung, die seit Ende Juni wieder trainiert, hofft Abteilungsleiter Wolfgang Blum dass der Kampfbetrieb ab September wiederaufgenommen werden kann. Zur Aufbesserung der Finanzen haben die Sportler mit Hilfe des Bauhofs knapp 40 Tonnen Altpapier gesammelt, ansonsten fehlen durch die ausbleibenden Veranstaltungen die üblichen Einnahmen.

Für die Fußballabteilung zog Abteilungsleiter Rudi Tagscherer Bilanz. Man stehe finanziell auf soliden Beinen. Die Situation werde sich aber am Jahresende gravierend verändern, da einige Einnahmequellen weggebrochen sind. Der für Ende August geplante Saisonbeginn 20/21 sei ebenfalls unsicher.

Beginn der Handballsaison ungewiss

Nicht zuversichtlich klang der Bericht von Handballabteilungsleiter Jörg Richardon. Auch wenn die spielerische Bilanz gut aussehe und Trainer und Spieler sich auf die kommende Saison wieder vorbereiten können, so Richardon, glaube er aufgrund der wiedersteigenden Infektionszahlen nicht, dass die Runde 20/21 Mitte September beginnen wird. Der Wegfall von Zuschauereinnahmen, der Bewirtung und sonstiger Feste bringe die Abteilung an ihre finanziellen Grenzen, wenn nicht vom Land oder dem Sportverband entsprechende Zuschüsse kommen.

Auch die Sportkegler befürchten wegen der abgesagten Veranstaltungen der vergangenen Monate schmerzhafte Einbußen, obwohl sie dank ihrer üblichen Arbeitseinsätze 2019 ihre Finanzlage gut verbessern konnten. Bezüglich des Sportbetriebs in der kommenden Runde herrscht unter den Keglern ebenfalls eine große Verunsicherung.

Turnabteilung steht vor Organisationsproblemen

In der Turnabteilung herrscht weiterhin starker Andrang im Kinderturnen. Die anderen Gruppen funktionierten ebenfalls hervorragend, das Team soll erweitert werden. Durch die Corona-Krise habe man mit Organisationsproblemen zu kämpfen.

Die Badminton-Abteilung ist mit der Hilfe der Gemeinde Königsbronn von der Ostalb- in die Herwartsteinhalle umgezogen: Nach dem Abbruch des Trainings im März konnte das Jugendtraining ab Ende Juni unter strengen Auflagen wiederaufgenommen werden.

Die Tanzsportabteilung zählt immer mehr Mitglieder: acht bis elf Paare nehmen regelmäßig am Training teil und nützen die Ochsenberger Halle. Seit der Wiederaufnahme des Trainings konnten die Mitglieder viermal im Juli trainieren. Wegen des Ausfalls des Brenztopfmärktles dieses Jahr hat die Abteilung keine Einnahmen.

Die Kooperation der Aikido-Abteilung mit Syrgenstein für das Erwachsenentraining soll bestehenbleiben. Die Abteilung wird das Angebot der Gemeinde annehmen und auch während der Ferien trainieren.

Die Trainingsabende der Taekwondo-Abteilung am Dienstag und Donnerstag in Itzelberg erfreuen sich großer Beliebtheit. Aufgrund steigender Beiträge und Forderungen der International Taeowondo Federation (ITF) beschloss die Abteilung, zum Jahresende aus dem Verband auszutreten.

Geschäftsstellenleiter soll Entlastung bringen

Die Wahlen: Matthias von Ohlen bleibt Vorsitzender, Stellvertreter ist Franz Tobias. Schriftführer ist Francois Boé, Kassenprüfer Otto Flachmüller. Der Posten des Jugendleiters und das Amt für Öffentlichkeitsarbeit bleiben unbesetzt. Ein Nachfolger für den Posten des Kassierers konnte ebenfalls nicht gefunden werden. Thomas Stiebritz übernimmt das Amt kommissarisch. Jetzt hat der Verein beschlossen, nach einem Geschäftsstellenleiter zu suchen, um den Kassierer zu entlasten.