Ochsenberg / Hartmut Pflanz Die Ochsenberger haben am Wochenende ihren Kindergarten gefeiert. Mit Ehrengast und vielen Erinnerungen.

Wie heißt es in Ochsenberg? ,,Egal wie das Wetter ist, wir feiern.“ So wurde es dann auch am Sonntag praktiziert, als der evangelische Kindergarten seinen 50. Geburtstag feierte: Vom Garten wurde die Veranstaltung kurzerhand in die nahegelegene Turnhalle verlegt.

Nachdem der Posaunenchor die Geburtstagsfeier mit dem Lied ,,Einfach spitze“ eröffnet hatte und Pfarrer Christoph Burgenmeister mit seiner Predigt begann, wurde in der voll besetzten Turnhalle noch ein ganz besonderer Gast begrüßt: Margret Niethammer geb. Gebhard, die extra aus dem Schwarzwald angereist war. Bekannt ist sie in Ochsenberg wohl besser als Tante Margret, die den Ochsenberger Kindergarten von 1969 an 31 Jahre lang geleitet hat.

Tante Margret blickt zurück

In ihrer Rede blickte Tante Margret auf die Anfangsjahre des Kindergartens zurück. Als frisch ausgebildete ,,Kindergärtnerin“ übernahm sie im August 1969 mit knapp 21 Jahren den Ochsenberger Kindergarten. Da keine zweite Kraft gefunden werden konnte, betreute sie eben allein 36 Kinder. Schon damals sei die Kooperation mit der Schule gepflegt worden – eine Tradition, die bis heute fortgesetzt wird.

Kinder der ersten Stunde, kamen auch Gabriele Schorcht und Karin Waluga zu Wort. In launiger Weise erzählten sie, wie es damals im Kindergarten war. Zudem schlugen sie Brücken zur Kindergartenzeit ihrer Kinder und zu heute. Wie sah damals das Kindergartentäschle aus? Was nahm man als Vesper mit? Was geschah, wenn man nicht brav war? Was wurde gebastelt? Und vieles mehr . . .

Wichtig für Ochsenberg

Was man heute im Kindergarten lernen kann, zeigten dann die Kindergartenkinder. In ihrer Aufführung präsentierten sie, wie aus einer schlafenden Wurzel in der Erde eine Pflanze entsteht, wie sie sich im Laufe des Jahres verändert und im Herbst sich wieder schlafen legt.

Bereits zuvor hatte Pfarrer Burgenmeister in seiner Predigt die Bedeutung des Kindergartens in einem kleinen Dorf wie Ochsenberg betont. Die Kinder würden behütet und in kleinen Gruppen betreut. Bürgermeister Michael Stütz, der dem Kindergarten eine Spende der Gemeinde überreichte, hob die Bedeutung des Kindergartens ebenfalls hervor. Eine solche Einrichtung sei ungemein wichtig, denn Teilorte ohne Kindergärten würden zunehmend unattraktiver.

Gut also, dass sich die Betreuungseinrichtung durchgesetzt hat. Denn wie in jeder Geschichte gab es auch in der des Ochsenberger Kindergartens Höhen und Tiefen. So wurde einst über die Schließung diskutiert – wegen fehlender Kinder. Später dann brauchte man eine weitere Kraft, weil es zu viele Kinder waren, und die Dreijährigen nicht mehr aufgenommen werden konnten.

Abschied und Begrüßung

Gefeiert wurde an diesem Sonntag nicht nur der Geburtstag des Kindergartens, sondern auch ein Jubiläum: Claudia Kikowatz wurde vor 50 Jahren in der Johanneskirche in Ochsenberg konfirmiert und arbeitet seither ehrenamtlich im Kindergottesdienst mit. Sie wurde als ,,goldene“ Konfirmandin gesegnet und von ihrem Kinderkirchenteam und der Kirchengemeinde nach 50 Jahren verabschiedet. Ebenfalls verabschiedet wurde Erzieherin Christine Burger, Judith Lang wurde begrüßt.