Es gibt Entscheidungen im Leben, die sollte man sich wahrlich nicht leicht machen: der Name des eigenen Kindes beispielsweise. Oder der Eigenheim-Bau. Für manche ist auch die Wahl des nächsten Automodells Grund für schlaflose Nächte.

Nun kann man auch vom Königsbronner Gemeinderat nicht gerade behaupten, dass er sich Entscheidungen besonders leicht macht. Der Abriss der Ostalbhalle zum Beispiel: Eine statisch fragwürdige und deshalb seit eineinhalb Jahren geschlossene Halle abreißen? Lieber nochmal drüber nachdenken. Nichts überstürzen.

Folgenschwere Entscheidungen

In derselben Sitzung gab’s dann eine weitere folgenschwere Entscheidung zu treffen: Standort und Überdachung des Klos am Café Veredelt.

Hübsches Walmdach? Praktisches Flachdach? Wie rum dreht man das öffentliche WC-Haus am besten? Passt die Stelle noch, für die man sich 2019 schon entschieden hatte? Doch lieber woanders?

„Die Verwaltung hat die Sachlage geprüft“, heißt es in der Beschlussvorlage. So so. Und die Verwaltung ist nach dieser Prüfung zu der Erkenntnis gelangt, dass der Standort dort neben den beiden Flachdach-Garagen schon passt.

Nun ja. Nur stellt sich dann aber die Frage, warum das Klohäuschen ein hübsches Walmdach bekommen soll. „Rein optisch würde ein Flachdach viel besser passen“, monierte Joachim Wötzel (Unabhängiger Wählerblock). Worte, die man in Gemeindräten hierzulande wahrlich selten hört. Aber die Tatsache, dass man nebenbei fast 15 000 Euro einsparen würde, machte es den Kollegen im Rat am Ende etwas leichter: Die Mehrheit war fürs Flachdach.

Einfach abreißen? Wo kämen wir da hin?

Engelbert Frey (SPD) plädierte hingegen gleich dafür, das Klohäuschen näher ans Café zu rücken. Weg mit den beiden Garagen! Allein: Die eine ist vermietet, die andere wird von der Gemeinde gebraucht.

Und überhaupt, mal ehrlich: In Königsbronn wird doch nicht einfach so mir nichts, dir nichts ein Abriss beschlossen. Das müssten die Gemeinderäte ja wohl am besten wissen.