Einhellig hat der Königsbronner Gemeinderat die ursprünglich als vielversprechend angesehene Idee der Doppelnutzung des im Teilort Zang geplanten neuen Feuerwehrgerätehauses verworfen. Die im Obergeschoss denkbaren zwei oder gar drei Mietwohnungen werden nicht gebaut, da ein Nebeneinander von Feuerwehr und Mietern von allen damit befassten Experten als „nicht praktikabel“ eingestuft wurde.

Angesichts eines befürchteten „erheblichen Konfliktpotenzials“ sprachen sich laut Bürgermeister Michael Stütz sowohl der Kreisbrandmeister als auch der Feuerwehrverband gegen eine parallele Inanspruchnahme des Neubaus aus. Nicht einfach gemacht habe man sich diese Sache auch in der örtlichen Feuerwehr und in der Verwaltung. Die Frage, ob eine Doppelnutzung wirklich sinnvoll ist, sei allseits intensiv diskutiert und durchdacht worden. Im Ergebnis aber hätten die Nachteile zum Beispiel angesichts der Begleitumstände von Einsätzen bei weitem überwogen.

Wenig ergiebig sei dagegen die Überprüfung des Bauvorhabens hinsichtlich angeregter Kosteneinsparungen gewesen, allenfalls könnten etwa 10 000 Euro weniger ausgegeben werden. Mehr Vorteile biete jedoch die Beibehaltung der zur Disposition gestellten großen Lagerbox, und zwar für die Deponierung von Feuerwehrmaterial aus der Waldsiedlung. Dann könne nämlich die dortige Lagerstätte abgebrochen und das etwa 350 Quadratmeter große Grundstück zur Wohnbebauung angeboten werden, Interessenten dafür gebe es bereits.

Die Kosten für das neue Feuerwehrgerätehaus in Zang sind mit rund 1,55 Millionen Euro veranschlagt, die Zuschussaussichten nach Einschätzung des Bürgermeisters eher mau. Am ehesten könne man 120 000 Euro aus der Fachförderung erwarten, 60 000 Euro für jede Fahrzeugbox. Fraglich sei dagegen die Bewilligung der aus dem Ausgleichsstock erhofften weiteren 300 000 Euro. Dennoch werde sich die Gemeinde um beides bemühen, die Zeit für die Zuschussanträge dränge bereits.

Baubeginn ausgangs 2021

Die Grundsatzentscheidung für den Neubau ist längst gefallen, der notwendige Grunderwerb getätigt. Entstehen soll das neue Pultdach-Feuerwehrdomizil auf einem Grundstück gegenüber dem Zanger Weiher, an der Ecke Königsbronner Straße/Hauptstraße. Da dieses Vorhaben jedoch zugunsten der Sanierung der Turnhalle in Itzelberg zunächst geschoben wurde, wird mit dem Beginn der Bauphase nun erst „ausgangs 2021“ gerechnet.

Das Raumprogramm ist laut Ortsbaumeister Jörg Bielke ausgelegt auf „32 Personen, darunter eine Frau“, hinsichtlich der Nutzfläche liege man 25 Quadratmeter über der Norm. Die Planung umfasse zwei Boxen für Fahrzeuge sowie reichlich Platz für Technik, Lager, Schulung, Aufenthalt, Werkstatt, Jugend, Büro, Umkleiden, Duschen und WC, letztere separat auch für Frauen. Darüber hinaus soll ein Behinderten-WC eingebaut werden in der Absicht, die Toiletten des Feuerwehrhauses künftig anlässlich des jährlichen Weiherfests öffentlich zugänglich zu machen.