Königsbronn / Gerhard Stock Mit fast drei Dutzend Ständen im Klosterhof sorgte der Königsbronner Kulturverein am Samstag erneut für eine stimmungsvolle Attraktion in der Adventszeit.

In Scharen strömten die Königsbronner am Samstagnachmittag in den Klosterhof, um sich auf dem Nikolausmarkt auf das nahende Fest der Feste einstimmen zu lassen. Auch in diesem Jahr hatte der veranstaltende Kulturverein unter seinem umtriebigen Vorsitzenden Ulrich Knöller keinen Aufwand gescheut, um den Besuchern an der Schwelle zum zweiten Advent ein stimmungsvolles Erlebnis zu bieten. Marktorganisatorin Bärbel Kausch war es gelungen, wiederum fast drei Dutzend Anbieter anzuheuern, die mit ihren bunten und prall ausgestatteten Ständen für jede Menge Marktfeeling in historischem Ambiente sorgten.

Allein weiße Pracht in Form von Schnee fehlte, stattdessen tosten Sturmböen satt übers Gelände und auch reichlich Regen ließ den Tag über für den Markt nichts Gutes ahnen. Doch wie bestellt lichtete sich das regnerische Grau rechtzeitig und vom Sturm allein ließen sich die vielen Marktgänger nicht abschrecken, boten ihm entschlossen die Stirn. Bei den altehrwürdigen Gemäuern im Klosterhof fanden sich genügend Deckungsmöglichkeiten und an Anlaufstationen mit wärmenden Getränken und nahrhaften Gaumenfreuden fehlte es wahrlich nicht.

Regen Zulauf hatte gleich zum Auftakt des Markts das Weihnachtsstück „Der Tannenbaum“, das die Theaterjugend der Freilichtbühne Königsbronn vor dicht gedrängtem Publikum aufführte. Die Hammerschmiede war „rammelvoll“, wie ein aufmerksamer Beobachter zufrieden feststellte.

Fackeln hatten es schwer

Derweil wurden draußen im Klosterhof die Fackeln und Feuer angezündet – und manche vom kräftigen Wind gleich wieder ausgeblasen, so dass immer wieder nachgezündet werden musste. Auch so mancher Stand wurde ordentlich gebeutelt und der eine oder andere Anbieter von Textilien etwa hatte Mühe, seine Auslagen beieinander zu halten.

Für strahlende Kinderaugen sorgte etwas später vor der Pfisterei der vom Kulturverein beauftragte Nikolaus. Mütter, Väter, Großmütter, Opas, Onkels und Tanten in respektabler Zahl hatten sich hier gegen 17 Uhr mit ihren Schützlingen versammelt und alle freuten sich über die großzügig ausgehändigten Gaben des Manns mit dem Rauschebart und dem stattlichen Gewand.

Kunstinteressierte kamen ebenfalls auf ihre Kosten. Zum einen waren in der Barbarastube diverse Kunstgegenstände zur näheren Betrachtung freigegeben und zum anderen standen auch die Türen des Ateliers von Kunstmaler Helfried Uhlig weit offen. Wem der Sinn mehr nach Anteilnahme und Kommunikation über Nationalitäten hinweg stand, der wurde im Begegnungscafé der evangelischen Kirchengemeinde fündig. Der Teekeller des Pfarrhauses lud zu zwanglosem Austausch ein und wartete auch mit Speisen türkischer und syrischer Art auf.

Reiche Auswahl für Suchende

Ob „heißer Hirsch“, kräftige Klosterwurst, Krautschupfnudeln oder Kartoffelsuppe – Anhänger deftiger Gaumenfreuden schnalzten ebenso mit der Zunge wie die Freunde süßer Leckereien etwa beim Duft von Zimtbällchen, Holunderpunsch oder Feuerzangenbowle. Fündig werden konnten natürlich auch Suchende mit dem Ziel Weihnachtsgeschenk, sei es am Stand einer Handweberei, bei den Weihnachtskrippen, mit Basteleien für den Freundeskreis, Kunst aus unbehandeltem Metall, frisch gerührten Produkten zur Körperpflege, handgestrickten Socken, gestrickten Hausschuhen oder handgefertigtem Schmuck.

Fazit: Der Nikolausmarkt konnte seinem Ruf als Publikumsmagnet und unverzichtbarer Bestandteil im Veranstaltungskalender Königsbronns auch heuer wieder voll und ganz gerecht werden.

Traditionspflege durch den Königsbronner Kulturverein

Mit dem Nikolausmarkt hält die Gemeinde Königsbronn eine alte Tradition des Ortes aufrecht. Er findet alljährlich am zweiten Adventswochenende statt.

Um die Ausrichtung und Organisation dieser beliebten Veranstaltung kümmert sich mit Unterstützung der Gemeinde stets der örtliche Kulturverein. Dessen Hauptanliegen ist die Förderung, Pflege, Einrichtung und Erhaltung von Kulturwerten in Königsbronn.

Fortsetzung findet die vorweihnachtliche Tradition mit dem ebenfalls im Advent sorgfältig gepflegten Kränzlesingen der Grundschüler in der Klosterkirche, heuer am Donnerstag, 13. Dezember, ab 17 Uhr.

Weihnachtliche Märkte, Adventsbasare und sonstige Aktionen bereicherten den zweiten Advent auch in anderen Orten des Kreises Heidenheim: Steinheim, Sontheim/Brenz, Dunstelkingen, Ballmertshofen, Giengen, Burgberg, Bolheim und Heidenheim.