Königsbronn / Gerhard Stock 2020 wird die Gemeinde in diesem Bereich nichts verdienen.

Mit 6245 Euro bezifferte Revierförsterin Karin Baur jetzt dem Gemeinderat den Verlust, der gemäß Forstwirtschaftsplan 2020 heuer aus dem Gemeindewald zu erwarten sei – erstmals seit vielen Jahren. Vom geplanten Holzeinschlag habe man durch den Buchenhieb bei der Waldsiedlung im Spicht bereits vier Fünftel der insgesamt 255 Festmeter erledigt.

Im tröstlichen Gegensatz zu diesem Jahr konnte 2019 nochmals ein satter Überschuss in Höhe von 21 341 Euro erzielt werden. Ein vergleichsweise geringer Käferholzanteil und der Eschenhieb an der Hartstraße machten dieses Ergebnis möglich. Insgesamt 590 Festmeter Holz wurden geerntet. Allerdings: davon nur ein Viertel planmäßig, der große Rest „zufällig“, bedingt durch das Eschentrieb­sterben, Sturm und Käferbefall.

Fichte „zum Untergang verdammt“

Apropos Waldschäden: Fachbereichsleiter Klaus Riester von der Abteilung Wald und Naturschutz beim Landratsamt Heidenheim erläuterte dem Gemeinderat die Forstreform und ging dabei auch ausführlich auf die zunehmenden Waldschäden durch Klimawandel samt Preisverfall aufgrund Überangebots ein. Den altbewährten Brotbaum Fichte sieht er früher oder später „zum Untergang verdammt“ und auch die Buche leide bereits erheblich. Hauptursachen seien Dürre und Schädlinge, resistente Sorten seien weder auf die Schnelle zu haben noch flächig zu etablieren.

Die Waldarbeit ist nicht so sehr betroffen wie andere Betriebe. Doch zur Sicherheit gelten auch hier feste Regeln. Deren Umsetzung ist nicht immer einfach.

Man könnte sagen, in Karin Baurs Adern fließt Harz. Seit 40 Jahren ist sie im Forstbereich tätig, fast ein Jahr davon in ihrem Traumberuf als Herbrechtingens Revierförsterin. Doch in der einstigen Männerdomäne war es nicht immer leicht für sie.