Der Klimawandel ist in aller Munde. Manchmal möchte ich einen kleinen Teil dazu beitragen, dass sich was ändert, und fahre Zug. Auch zu Besorgungen in unsere Kreisstadt. So auch am Montag, 6. November um 9.50 Uhr. Doch kaum hatte ich mein Tagesticket für 5,60 Euro aus dem Automaten gelassen, tönte es über den Bahnhof von Itzelberg, dass der Zug ersatzlos ausfällt. Da ich einen Termin um 10.15 Uhr in Heidenheim wahrnehmen wollte, stieg ich doch noch schnell in unser Auto.

HVG ist nicht gleich HTV

Die Fahrkarte, die ich nicht benutzen konnte, wollte ich im HVG- Kundenzentrum Marienstr. 2/1 am ZOB umtauschen. Doch da wurde mir beschieden, dass man es nur tun könnte, wenn ich das Ticket in einem Bus gelöst hätte. Für diesen Verbundfahrschein aus Bahnautomaten sei die HTV, die Heidenheimer Tarifverbund zuständig und die Geschäftsstelle im Landratsamt. Zuhause nahm ich meinen Kreisfahrplan und suchte die Telefonnummer. Sie war nicht verzeichnet, aber ein HTV-Abo-Center. Natürlich konnte man mir weiterhelfen und gab mir die Telefonnummer der HTV-Geschäftsstelle. Doch ausgerechnet an diesem Tag war das Telefon nicht wie angegeben ab 13 Uhr besetzt. Die junge Dame, die endlich abnahm, hätte sich erst informieren müssen. Ich wählte die Alternative: Ein Gespräch mit ihrem Chef.

Der Chef spricht

Der klärte mich über den Tarifverbund auf, bestätigte aber: Die unbenutzte Fahrkarte könnten sie nicht ersetzen, da sie von der Bahn sei. Deshalb gab er mir die zuständige Nummer der Bahn. Allerdings war die schon überholt, es wurde aber die Ersatznummer zum Mitschreiben wiederholt. Wie kundenfreundlich!

Die Bahn soll´s sein

Es ist nicht ganz einfach, die Kundendialogstelle der Bahn zu erreichen. Als ich endlich mein Anliegen vortrug, bot man mir sofort an, die unbenutzte Karte gegen eine Arbeitsgebühr von 17,90 Euro zu erstatten. Draufzahlen wollte ich eigentlich nicht und betonte, dass es sich um eine Tageskarte der HTV handelte. Tarifverbundkarte also? Da war es für die Dame sofort klar: Dann muss diese Stelle den Betrag erstatten. Als sie hörte, dass dies gerade ablehnt wurde, hatte sie eine sehr praktische Idee. So eine Tageskarte wäre doch den ganzen Tag gültig, ob ich sie nicht am Nachmittag benutzen wolle? Ich lachte nur kurz auf.

Bahn ist nicht gleich Bahn

Inzwischen hatte sie aber eine ganz wichtige Information gefunden: Für die Brenzbahn ist gar nicht die DB zuständig, denn dort fährt die HZL, ein Verkehrsbetrieb der SWEG, der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH. Unter der neuen Nummer meldete sich der richtige Ansprechpartner. Ja, er wusste vom ausgefallen Zug, die Karte würde ersetzt.

Nur noch ein Formular fehlt

Ich wollte schon aufatmen, doch dazu müsse ich den Antrag im Netz “Fahrgastrechte“ suchen, ausdrucken, die zwei Seiten ausfüllen und dann ihnen, natürlich versehen mit Porto, zuschicken.

Immerhin, ich bekomme mein Geld zurück. Ob ich in Zukunft noch mit dem Zug nach Heidenheim fahre? Warum nicht? Wo ich doch nun die richtige Nummer weiß, falls mal wieder ein Zug ausfällt.

Monika Ramsayer, Königsbronn