Zang / hz Leserbrief zur Corona-Pandemie.

In Zeiten von Corona scheint alles in den Hintergrund zu treten. Doch Einiges bzw. Einige drängen sich auch massiv in den Vordergrund. Da muss man doch auch mal ein paar Dinge ganz klar in Frage stellen.

Dass man den Kontakt zwischen den Menschen einschränkt und damit auch die Infektionsgefahr, ist ja ganz richtig und sieht auch der größte Teil der Leute ein. Man kann ja mal eine Weile auf Partys, Essen gehen, Konzerte usw. verzichten.

Nicht plausibel ist, dass alle Großkonzerne den kompletten Shutdown machen. Da ist doch im Vordergrund den Staat und damit letztendlich uns Bürger abzuzocken, zuerst über Kurzarbeitergeld, später durch den Verzicht auf Lohnerhöhungen und irgendwann durch Stellenstreichungen. Jeder „Kleine“ muss weiter machen, um zu überleben und ist froh, wenn es danach für ihn weitergeht – was bei vielen eher fraglich ist.
Wäre es da nicht an der Zeit, die jahrelang erzielten Gewinne jetzt denjenigen, die sie erwirtschaftet haben, zukommen zu lassen und nicht den Staat zu belasten? Und wäre es nicht auch mal eine Geste der Menschlichkeit, wenn die Chefetagen auf ihr gar zu üppiges Gehalt in diesen Zeiten verzichten würden zugunsten des Unternehmens und der Mitarbeiter? Dann wäre auch für diejenigen, die von der Krise wirklich betroffen sind (Selbstständige, Kleinunternehmen usw.) genügend staatliche Mittel vorhanden.

Und dann muss man ja auch mal weiter denken: was, wenn Mitte April nicht alles vorbei ist? Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch!
Bereits kurz nach Verkündung immer härterer Maßnahmen rudern doch genau die Leute ganz schnell wieder ein Stück zurück, die diese Maßnahmen kurz zuvor noch vehement gefordert haben. Wenn’s den großen Firmen mal – aus ihrer Sicht – an den Kragen geht, weil der Staat nicht mehr zahlen kann, dann ist es mit der sogenannten Rücksicht ganz schnell vorbei. Das hat China auch gemerkt: oder glaubt etwa jemand den Zahlen und dass es dort plötzlich kein Corona mehr gibt?

Genau genommen ist das Ganze doch hausgemacht: man muss überall sein, man muss alles haben und die Wirtschaft muss stetig wachsen – Expansion und Wachstum haben oberste Priorität.
Doch ist in der Natur weder grenzenlose Expansion noch unendliches Wachstum vorgesehen – nirgends. Jede Spezies hat einen bestimmten Lebensraum – Ausbreitung in andere Regionen dauert sehr lange und erfordert enorme Anpassung – genauso wie etwas entsteht, eine bestimmte Lebensdauer hat und dann stirbt. Nur die „Großen und Mächtigen“ dieser Welt glauben diese Naturgesetze aushebeln zu können. Und wer mag es da dem „kleinen Mann“ verdenken, wenn er daran teilhaben will. Doch letztendlich bleibt nur ER dabei auf der Strecke!

Noch ein letzter Gedanke zum Schluss. So sind z.B. in Deutschland seit Mitte Januar bereits über 165.000 Menschen an Grippe erkrankt und über 260 daran gestorben – Dunkelziffer sehr hoch. Und das ist jedes Jahr so, mit mal niedrigeren, mal höheren Zahlen. Sind diese Menschen einfach nicht mehr erwähnenswert? Normal im Sinne des Mottos (provokant gesagt) „Ein bisschen Schwund ist immer.“

In diesem Sinne - bleiben Sie gesund und nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Mitmenschen.

Alexandra Hecht, Zang