Bereits seit einigen Jahren hat die rund 120 Mitarbeiter starke Leichtmetallguss-Sparte der C.F.-Maier-Firmengruppe finanziell zu kämpfen. Im Dezember 2020 war für die Werke in Königsbronn und Nersingen eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt worden. Nun verkünden der Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing und das Team der Pluta Insolvenzverwaltung, man habe eine Investorenlösung für die gesamte Guss-Sparte von C.F. Maier erzielt.

Ab 1. Oktober 2021 soll der Geschäftsbetrieb der C.F. Maier Gießerei und der C.F. Maier Metallbearbeitung, beide aus Nersingen/Straß (68 Mitarbeiter) sowie der C.F. Maier Leichtgusswerk aus Königsbronn (38 Mitarbeiter) in den Einflussbereich des Investors Lothar Thoni übergehen.

Alle 106 Mitarbeiter sollen dabei vom Investor übernommen werden. Die Kaufverträge wurden bereits unterzeichnet, teilt Pluta mit. Über den Kaufpreis vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen.

Keine einfachen Rahmenbedingungen

Geschäftsführer Marcus Katholing von der Pluta Management GmbH erklärt: „Die gesamte Belegschaft hat in den vergangenen acht Monaten tollen Einsatz gezeigt und hervorragend gearbeitet. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Rahmenbedingungen waren angesichts der Eigenverwaltung sowie des Weggangs der Werksleiter und des Geschäftsführers nicht einfach.“ Man habe keinen einzigen Kunden verloren und gemeinsam erfolgreich gewirtschaftet.

Sanierungsmaßnahmen planmäßig umgesetzt

In den vergangenen Monaten setzte das Pluta-Team nach eigenen Angaben unter erschwerenden Corona-Bedingungen wichtige Sanierungsmaßnahmen um. Der Geschäftsbetrieb der drei Gesellschaften sei uneingeschränkt weitergelaufen. Die vom Unternehmen bereits begonnenen Maßnahmen seien konsequent umgesetzt worden: Abläufe wurden optimiert, interne Strukturen verbessert sowie Make-or-Buy-Analysen durchgeführt worden. Diese Maßnahmen spiegeln sich positiv in den Zahlen wider. Die Auftragslage für die kommenden Monate sei sehr gut, heißt es von Pluta.

Investor Thoni begrüßt Standort in Deutschland

Investor Lothar Thoni sagt: „Wir freuen uns, diese traditionsreichen Unternehmen in unseren Verbund zu integrieren. Wir sind spezialisiert auf die Herstellung von Aluminiumgussteilen mit einer sehr hohen Fertigungstiefe. Die Guss-Sparte von C.F. Maier ist für uns interessant, da wir damit unser Leistungsspektrum optimal ergänzen und künftig einen Standort in Deutschland haben, den wir zukünftig weiter stärken wollen.“ Die C.F. Maier Guss-Sparte produziert auf modernen Maschinen und Anlagen eine breite Palette an unterschiedlichen Produkten.

Ziel der Sanierung sei es von Anfang an gewesen, die deutlich kleinere Guss-Sparte mit über 100 Mitarbeitern aus der C.F. Maier-Gruppe auf eigene Beine zu stellen, um einen Restrukturierungsplan oder einen Verkauf zu ermöglichen. Dies sei mit dem Verkauf an den Investor gelungen.

Markus Maier: besondere Freude über Erhalt der Arbeitsplätze

Markus Maier, Geschäftsführender Gesellschafter der C.F. Maier-Firmengruppe, erklärt: „Unsere Entscheidung zu einer Sanierung in Eigenverwaltung hat zum Erfolg geführt. Ich möchte mich bei allen Beteiligten, insbesondere dem Pluta-Team, bedanken. Wir übergeben eine sanierte Guss-Sparte an einen neuen Eigentümer. Zum Erhalt der Arbeitsplätze und der Fortführung der Unternehmen haben wir einen erheblichen finanziellen Beitrag geleistet. Es freut mich ganz besonders, dass wir damit alle Arbeitsplätze erhalten können.“

Die Kunststoff-Gruppe von C.F. Maier war von der Antragstellung nicht betroffen. In diesem Unternehmensbereich, der rund 90 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, hat es keine Veränderungen gegeben. Mit einem guten Auftragsbestand ist dieser Bereich ausgelastet, profitabel und erfolgreich durch die Corona-Pandemie gegangen.