Königsbronn / Carolin Wöhrle Königsbronn ist um eine weitere Attraktion reicher: Am Samstag wurde die neue Schmiede eingeweiht. Dahinter steckt erneut der örtliche Kulturverein.

Natürlich: der Kulturverein wieder. Immer wieder staunt man, was der Zusammenschluss zahlreicher Ehrenamtlicher in Königsbronn so alles auf die Beine stellt. Jüngstes Beispiel: die alte Schmiede auf dem Gelände der Feilenschleiferei.

Das alte Gebäude – in Gerstetten ab- und in Königsbronn wieder aufgebaut – steht zwar schon länger dort, bis zur Einweihung am Samstag hat es aber dann doch eine Weile gedauert.

Von Gerstetten nach Königsbronn

Aber von vorn: Wie kam die alte Schmiede von Gerstetten nach Königsbronn? Für den Kulturverein, sagt dessen Vorsitzender Ulrich Knöller, habe es immer Sinn gemacht, neben die historische Feilenschleiferei auch eine Schmiede zu bauen. „Schließlich ist das Schmieden der erste Arbeitsschritt bei der Feilenherstellung und war früher ein ganz eigener Berufszweig.“ In Gerstetten wurden die Ehrenamtlichen dann vor mehr als drei Jahren fündig: Eine alte Schmiede, zuletzt als Pferdestall genutzt, stand dort zur Verfügung. Der Bautrupp des Kulturvereins baute innerhalb von zwei bis drei Monaten das Gebäude in Gerstetten ab und in Königsbronn auf dem Gelände der Feilenschleiferei wieder auf.

Auch ein Schmied war recht schnell gefunden, allerdings: Das Konzept des Schmieds, der auch auf moderne Methoden und Werkzeuge setzte, wollte nicht recht zu dem des Kulturvereins passen. Schließlich geht es den Ehrenamtlichen hauptsächlich darum zu vermitteln, wie das Handwerk vor mehr als 100 Jahren aussah. „Wir haben danach wieder alles umgebaut“, sagt Knöller. „Jetzt passt alles viel besser.“ Die Inneneinrichtung der alten Schmiede stammt zum einen aus der Dorfschmiede Neresheim und zum anderen aus der Feilenhauerei Bührle aus Christophstal im Schwarzwald. Kontakte dorthin hat der Kulturverein schon lange, die Familie Bührle war nun auch am Samstag zu Besuch, um bei der offiziellen Eröffnung dabei zu sein. Bei dem Bauprojekt unterstützt wurden die Ehrenamtlichen wie schon bei anderen Vorhaben von Auszubildenden der Firma Voith.

Führungen geplant

Wie bei allem, was der Kulturverein anpackt, ist nach Fertigstellung und Einweihung eines Gebäudes nicht Schluss. Auf die Fahnen geschrieben haben sich die Ehrenamtlichen die Wissensvermittlung – egal, ob an Erwachsene oder Kinder. Und so wird es auch in der alten Schmiede für Besucher und Schulklassen Vorführungen geben. Einen passenden Schmied hat der Verein mittlerweile auch gefunden. Er wird hin und wieder in der alten Schmiede sein Handwerk zeigen. Zudem soll er andere Personen in die Techniken einlernen, die dann wiederum die Vorführungen übernehmen können.

Bildergalerie Einweihung der Schmiede in der Feilenschleiferei



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Die Feilenschleiferei Königsbronn

Auch die Feilenschleiferei, neben der nun die alte Schmiede eingeweiht wurde, war ein Projekt des Königsbronner Kulturvereins.

Das Gebäude wurde um 1800 errichtet. 1832 kauften es die Königlichen Hüttenwerke und nutzten es als Dreherei.

1902 kaufte dann die Familie Burr aus Heidenheim Wohnhaus und Werkstatt und nutzte sie fortan als Feilenschleiferei.

Vor neun Jahren kaufte der Kulturverein die alte Werkstatt, das Wehr und Wasserrad sowie 2014 das Wohnhaus mit Garten. Bei der Sanierung halfen auch Auszubildende der Firma Voith.

2012 wurde die Sanierung der Feilenschleiferei abgeschlossen.