Königsbronn / Hartmut Pflanz Königsbronns neues Industriedenkmal wurde am Donnerstag eingeweiht.

Bei herausragenden Events schreiten die Gäste über den roten Teppich. So auch am Donnerstag in Königsbronn, als die Ehrengäste den Oldtimer-Bus ,,Sir Winston“ bestiegen, um zum neuen Industriedenkmal, dem Flammofen, zu fahren. Josef Seibold führte die Gäste durch das Gebäude. In einem von Museumsplaner Tomas Sturm, Josef Seibold und Engelbert Frey neu gestalteten Film wird die Geschichte des Flammofens eindrucksvoll beleuchtet.

Die Grundmauern des Gebäudes gehen auf das Jahr 1667 zurück. 1832 wurde dort die erste und 1870 die letzte Hartgusswalze gegossen. 1925 wurde die Gießgrube schließlich zugeschüttet und das Gebäude als Lager benutzt. Ausgestellt auf Podesten konnte man nun die hergestellten Erzeugnisse wie Brunnen, Glocken, Schrauben, Walzen und Brennstoffe betrachten. Eine neue Beleuchtung gibt es auch: Das Feuer im Flammofen und das Ausgießen von flüssigem Eisen etwa werden mit rotem Licht dargestellt.

Offizieller Festakt in der Hammerschmiede

Zum offiziellen Festakt traf man sich aber in der Hammerschmiede. Viele Jahre hatte Ulrich Knöller als Vorsitzender des Kulturvereins auf diesen Tag hingearbeitet. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er an der Veranstaltung nun aber nicht teilnehmen, sodass Bürgermeister Michael Stütz seinen Part übernehmen musste.

Die Gemeinde habe den Flammofen vor drei Jahren erwerben können, berichtete Stütz. Heute finde man noch Produkte in nah und fern, die im Flammofen hergestellt wurden. Mit dem Aufhübschen des Gebäudes war seit dem Frühjahr vergangenen Jahres der sogenannte Samstagstrupp beschäftigt. Stellvertretend für dieses Team bedankte sich Stütz bei Walter Kolb und Engelbert Frey.

Dank an Ulrich Knöller

Zum Dank an Ulrich Knöller übergab zudem die Mannschaft der Feilenschleiferei, vertreten von Gerd und Jürgen Robel, an dessen Ehefrau ein Holzbild des Flammofengebäudes. Nicht unerwähnt blieben die Auszubildenden der Firma Voith mit ihrem Ausbilder Michael Richter, die den Kran und die Lüftungsklappen im Kamin instandgesetzt haben. Der neue Geschäftsführer der Schwäbischen Hüttenwerke, Wolf Waschkuhn, und Betriebsratsvorsitzender Fred Behr überreichten Stütz eine Miniaturwalze.

In ihrem Grußwort erinnerte Bundestagsabgeordnete Margit Stumpp (Grüne) auch an Karl Elser und das Bauteam, mit dem in der Pfisterei alles begann. Zu diesem Team gesellte sich Ulrich Knöller als Motor, um die Geschichte und die Tradition in Königsbronn zu erhalten. Es folgten Grußworte von Manfred Merges vom Ministerium Ländlicher Raum und Peter Polta, dem Ersten Landesbeamten in Vertretung von Landrat Thomas Reinhardt. Ohne Fördermittel und ehrenamtliche Helfer seien solche Projekte nicht zu stemmen. In Königsbronn gab es Geld aus dem Leader-Programm der Europäischen Union. Polta überreichte zusammen mit Hester Rapp-van der Kooij, der Leiterin der Leader-Geschäftsstelle in Heidenheim, eine entsprechende Plakette an Stütz.