Soll die Ostalbhalle abgerissen werden oder nicht? Und wenn ja, sollte man noch warten? Und wenn warten, dann worauf eigentlich? Auf Antworten zu diesen Fragen konnten sich die Königsbronner Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstagabend nicht so recht einigen. Und deshalb wurde am Ende beschlossen, das Thema noch einmal zu vertagen.

Dieser Entscheidung vorangegangen war eine Diskussion, die das ein oder andere Verwaltungs- und Gemeinderatsmitglied etwas ratlos zurückgelassen hat. Die Ostalbhalle war Ende 2019 aus statischen Gründen geschlossen worden. Es bestehen irreparable Schäden an den Dachbindern. Auch die Stützen sind beschädigt. Die Mittel für einen Abbruch, 300 000 Euro, waren eigentlich schon in den Haushalt 2020 eingestellt.

Sanierung „ohne Architekten-Kinkerlitzchen“?

Und dennoch: Die Entscheidung für einen Abriss fällt einigen Gemeinderäten schwer. Bernd Eppli (SPD) glaubt an eine andere und einigermaßen kostengünstige Lösung in Form einer Sanierung „ohne Architekten-Kinkerlitzchen“. Man tue sich mit einem Abbruch der Ostalbhalle keinen Gefallen. Ähnlich sah das auch Joachim Wötzel (Unabhängiger Wählerblock), der sich ebenfalls für einen Erhalt der Halle aussprach. Für Hermann-Josef Boch (CDU) stimmt die Reihenfolge des Vorgehens in dieser Sache nicht: „Wir müssen uns erst überlegen, was wir an dieser Stelle haben wollen und dann erst Fakten schaffen und abreißen.“ Dr. Dietrich Kölsch (CDU) stimmte dem zu und plädierte dafür, sich zu überlegen, an derselben Stelle eine neue Halle zu errichten, „wenn es die Finanzen zulassen“.

Verwunderung beim Bürgermeister

Bürgermeister Michael Stütz reagierte einigermaßen verwundert auf die Diskussion, zumal Mittel für den Abriss der Halle bereits im vergangenen Jahr „ohne Diskussionen“ in den Haushalt eingestellt worden waren. Selbes gilt für den Etat 2021.

Stütz erinnerte daran, dass eine umfassende und millionenschwere Sanierung der Herwartsteinhalle anstehen werde. „Da finde ich es schwierig, auch noch die Ostalbhalle für mindestens zwei Millionen Euro zu sanieren.“ Auch dass es noch keine Ideen dazu gebe, was auf der Fläche der Halle entstehen könnte, wies Stütz zurück und erinnerte etwa an Überlegungen, dort ein neues Musikerheim mit Openair-Platz zu bauen.

Entscheidung wird vertagt

Wohl unter anderem auch deshalb reagierte Gemeinderat Michael Bruch (Unabhängiger Wählerblock), der gleichzeitig Vorsitzender des Königsbronner Musikvereins ist, fassungslos auf die Diskussion: „Wir haben doch schon so oft über diese Halle gesprochen. Ich komme langsam wirklich ins Zweifeln.“

Sei’s drum: Was am Ende beschlossen wurde, war lediglich, den Beschluss erneut zu verschieben. Im Übrigen mit der Stimme des Bürgermeisters. Der erklärt das am Tag darauf damit, dass die Diskussion aus seiner Sicht auch emotional aufgeladen war. Eine Entscheidung über die Zukunft der Ostalbhalle wolle er aber sachlich und transparent unter Einbeziehung aller Beteiligten treffen. Es werde somit auch nochmals Gespräche mit den Schulen und Vereinen geben.

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