Wer oben in Zang wohnt und in Richtung Oberkochen oder Aalen arbeitet, hat es derzeit nicht gerade leicht. Durch die Vollsperrung der L 1123 zwischen dem Kreisverkehr an der Zanger Straße und Königsbronn ist das eigentlich ziemlich nah gelegene Tal in weite Ferne gerückt. Wer sich in der Region auskennt, fährt seither über die Zanger Straße und die Steigstraße nach Schnaitheim, dann auf die B 19 weiter nach Oberkochen. Immerhin 20 Kilometer, aber kürzer geht’s halt einfach momentan nicht.

Bald aber fällt diese Ausweichstrecke weg: Der Kreisverkehr an der Zanger Straße ist von Montag, 31. August, bis Mittwoch, 9. September, im Zuge der L-1123-Sanierung komplett für den Verkehr gesperrt. Wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilt, wird innerhalb dieses Zeitraums die Deckschicht des Kreisverkehrs erneuert.

Von Königsbronn: Hoppeleshalde

Wie also soll der Verkehr dann fließen? Wer von Steinheim kommt, wird wie bisher über die B 466 nach Heidenheim und über die B 19 in Richtung Königsbronn umgeleitet. In der entgegengesetzten Richtung verläuft die offizielle Umleitungsstrecke wegen der Baustelle an der Heidenheimer Olgastraße allerdings anders: Wer von Königsbronn in Fahrtrichtung Steinheim unterwegs ist, wird über die Hoppeleshalde weiter auf die L 1123, von dort nach Zang und schließlich über die L 1165 (Wental) nach Steinheim umgeleitet.

Wer jetzt aber von Zang nach Oberkochen bzw. Aalen will, kann ab dem 31. August entweder über das Wental nach Steinheim und Heidenheim fahren (32 Kilometer bis Oberkochen, 40 bis Aalen) oder in die entgegengesetzte Richtung, sprich über Bartholomä und die B 29 (31 nach Oberkochen, 25 nach Aalen).

Diese Variante hat aber einen Haken: Auch in Essingen gibt es vom 31. August bis zum 7. September eine Vollsperrung. Dort wird der Fahrbahnbelag von der Remsbrücke bis zum Ortsende in Richtung Lauterburg erneuert. Das Regierungspräsidium Stuttgart weist eine Umleitungsstrecke über Heubach und Mögglingen aus. Dadurch sind es nach Oberkochen 38 Kilometer, nach Aalen 31.

In Zang führt das zu Unverständnis. Denn: Hätte das Regierungspräsidium Stuttgart, das für beide Baustellen zuständig ist, die Baustelle bei Königsbronn und jene bei Essingen nicht zeitgleich angesetzt, hätte man sich zumindest auf dem Weg nach Aalen einige Kilometer sparen können. Zu bedenken ist auch die Vollsperrung bzw. Umleitung der B 19 bei Oberkochen.

Über Stuttgart ans Ziel?

„Es ist den Bürgern von Zang ja auch durchaus zuzumuten, über Stuttgart nach Königsbronn, Oberkochen oder Aalen zu fahren“, klagt ein Zanger sarkastisch in einem Brief an das Regierungspräsidium. Da stelle sich die Frage, „ob sich im Regierungspräsidium überhaupt jemand Gedanken über Sinn und Unsinn solcher Maßnahmen macht, bzw. ob hier jemals Abstimmungsgespräche stattfinden“.

Auf Nachfrage erklärt die Behörde, dass man die jetzige Zeit in den Sommerferien bestmöglich ausnutzen wolle. Dann nämlich entfalle der Schulbusverkehr. Weiter heißt es in dem Schreiben des Regierungspräsidiums: „Es wurde versucht, nur eine möglichst kurze Überlappung beider Baustellen zu haben.“ Zudem sei in Essingen aktuell und noch bis zur Vollsperrung am 31. August sowie ab dem 8. September auch eine innerörtliche Umleitung ausgeschildert.

Mittler zwischen den Behörden


Das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) ist eine von insgesamt vier Behörden dieser Art in Baden-Württemberg. Angesiedelt sind diese Behörden zwischen der Landesregierung und den Landrats- und Bürgermeisterämtern in ihrem jeweiligen Bezirk. Die rund 2600 Mitarbeiter des Stuttgarter RP haben viele Aufgaben, etwa in den Bereichen Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt, Schule und Bildung. Auch an der Planung und dem Bau von Bundes- und Landesstraßen und Brücken ist das RP maßgeblich beteiligt.