Königsbronn / Hartmut Pflanz Der Verein für Homöopathie und Lebenspflege Königsbronn wird 100 Jahre alt. Gefeiert wird am morgigen Samstag, 11. Mai, im Ketteler-Haus.

Wenn der Königsbronner Verein für Homoöpathie und Lebenspflege am morgigen Samstag seinen 100. Geburtstag feiert, wird auch zurückgeblickt werden. Freilich auch auf das Gründungsjahr 1919: Damals ging der Königsbronner Verein aus dem Heidenheimer Verein für Homöopathie hervor. Im Gründungsjahr zählte der Verein unter dem Vorsitz von Albert Zieker 32 Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals 2,40 D-Mark im Jahr.

Klingt wenig, aber: In den 1920er-Jahren kam es dann durch die schlechte Wirtschaftslage fast zur Auflösung des Vereins. Trotz dieser widrigen Umstände gründete sich 1925 eine Frauengruppe mit 25 Mitgliedern, die sich außer Vorträgen über Gesundheit auch Krankenpflegekurse als Aufgabe gestellt hatte. Nach nur vier Jahren löste sich diese Gruppe aber 1929 wieder auf.

Legendäre Weihnachtsfeiern

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Königsbronner Verein dann als Interessengemeinschaft geführt, begann aber 1946 wieder mit dem Vereinsleben, nachdem die amerikanische Militärverwaltung die Genehmigung dazu erteilt hatte.

Von 1968 bis 1999 war dann Erich Kreiß erster Vorsitzender. Während dieser Zeit, vor allem in den 1960er-Jahren, war das Angebot zur Freizeitgestaltung noch nicht so groß, sodass Vorträge und Feiern gerne angenommen wurden. Noch heute erinnert man sich an die legendären Weihnachtsfeiern des Vereins, bei denen die Mitglieder Theaterstücke mit vier Akten aufführten. Vorträge, Botanik-Wanderungen, Familien- und Frühjahrsfeiern bereicherten das Jahresprogramm. Und: Im Anschluss an jeden Vortrag wurde gevespert und gesungen.

Komplett in Frauenhand

In den 1970er-Jahren trat jedoch eine Vereinsmüdigkeit auf, die wohl durch die Verbreitung des Fernsehens gefördert wurde. Später ging es mit dem Verein aber wieder bergauf, und die Mitgliederzahl hat sich über die Jahre auf 100 eingependelt.

Im Jahr 2000, nach 81 Jahren Vereinsgeschichte, ging die Vereinsführung in weibliche Hände über. Seit 2007 führt Sabine Lettl den Verein. Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass die gesamte Vereinsführung samt Beisitzern aus Frauen besteht.

Der Verein hat sich heute zum Ziel gesetzt, durch monatliche öffentliche Vorträge und Fortbildungskurse das Interesse an der Homöopathie zu wecken und das Wissen über die Anwendung zu verbreiten. Des Weiteren finden Veranstaltungen über gesunde Lebensführung und natürliche Heilweisen statt. Die Referenten sind vorwiegend Ärzte und Heilpraktiker. Die Teilnehmerzahl von Nichtmitgliedern an den Vorträgen ist steigend. Sehr positiv ist in den letzten Jahren die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Königsbronn.

Das Festprogramm

Gefeiert wird am Samstag, 11. Mai, ab 14.30 Uhr im Saal des Ketteler-Hauses. Im Rahmen des Festakts hält Dr. med. Andreas Laubersheimer einen Vortrag zum Thema ,,Was heißt heilen? Die homöopathisch-anthroposophische Medizin in der heutigen Zeit“.