Hermaringen / Brigitte Malisi Das vergangene Jahr ist für den Hermaringer Wald zwar noch glimpflich abgelaufen. Geld verdienen lässt sich mit Holz trotzdem kaum noch. Die Forstwirte haben deshalb nur einen einzigen Wunsch.

Der Wald als Garant für Einnahmen der Gemeinde – das war einmal. Trockenheit, Borkenkäfer und niedrige Holzpreise sind die Themen, die heute die Forstwirtschaft bestimmen. Zum Teil könne im Privatwald nicht einmal mehr kostendeckend gearbeitet werden, berichtete Johannes Kopp, stellvertretender Fachbereichsleiter Forst beim Landratsamt Heidenheim kürzlich dem Hermaringer Gemeinderat.

Holzmarkt ist überschwemmt

Ganz so düster wie andernorts sehe es in Hermaringen aber nicht aus. Immerhin konnte im vergangenen Jahr ein Betrag von 14 450 Euro als Überschuss erwirtschaftet werden, berichtete Revierleiter Friedrich Bosch. Wie er bereits 2019 angekündigt hatte, habe man sich mit dem Einschlag zurückgehalten, da der Preisverfall absehbar gewesen sei. „Der Holzmarkt ist überschwemmt“, bestätigte auch Kopp. Grund dafür seien die Unmengen an Schadholz, die vielerorts angefallen seien.

Wald erholt sich nur langsam

Das laufende Jahr sehe nicht besser aus. Die Trockenheit werde auch in Zukunft dafür sorgen, dass der Borkenkäfer sich weiter ausbreitet. Kopp konnte keine gute Prognose abgeben: Selbst wenn es genügend Regen gäbe, würde der Wald sehr lange brauchen, um sich wieder zu erholen. Diese Erfahrung habe man bereits nach dem trockenen Sommer 2003 gemacht.

Immerhin ein kleiner Erfolg

Rund 200 Festmeter weniger als ursprünglich geplant (rund 700 statt 900 Festmeter) hatte man in Hermaringen geschlagen. Davon war nur knapp die Hälfte planmäßig, 110 Festmeter fielen durch Sturm an, 248 Festmeter mussten wegen Käferbefall geschlagen werden. Immerhin ein kleiner Erfolg: Das waren 100 Festmeter weniger Käferholz als im Jahr zuvor. „Halbwegs glimpflich“, lautete folglich das Urteil von Revierleiter Bosch für 2019.

Für das laufende Jahr ist Bosch weit weniger optimistisch. Er rechnet lediglich mit einem Überschuss von rund 4000 Euro. Dabei habe man bereits etwas mehr Laubholz (235 Festmeter) als sonst eingeschlagen. „Eiche ist das Baumaterial, das gut läuft“, erklärte er. Ansonsten hatte der Forstfachmann für den Wald nur einen Wunsch: sehr viel Regen.