Der Neujahrsempfang der Gemeinde ist ein gesellschaftliches Ereignis mit vielen Ehrungen für unterschiedliche Leistungen. Es ist aber auch die Gelegenheit für einen Rückblick und Ausblick auf die Geschehnisse in der Gemeinde. In diesem Jahr spannte Bürgermeister Jürgen Mailänder denen Bogen aber weiter und machte deutlich, dass sich die Welt verändert habe: „Wir spüren alle, dass Corona, Krieg, Klimawandel, Energieengpässe und Inflation unser Leben beeinflussen.“

Mit dem Begriff der „Zeitenwende“ würden seitens der Politik wie auch von Experten die einschneidenden Folgen des Klimawandels und rapider technologischer Umbrüche registriert „und darüber hinaus eine zunehmende Machtpolitik, die sich über internationale Normen hinwegsetzt.“ Die Digitalisierung erzeuge eine ungeheure Machtkonzentration, merkte Mailänder zudem kritisch an. Wer das Netz beherrsche, nehme die globale Infrastruktur in Besitz. Er stellte die Frage, welche Rolle künftig Europa, Deutschland und Kommunen wie Hermaringen dabei spielen werden. Ohne einen Richtungswechsel in der Gesellschaft mit Verzicht und Begrenzung und einem ökonomischen Umgang mit Ressourcen werde es in Zukunft nicht gehen, so der Bürgermeister. Diese Zumutungen seien keine Alternative, sondern schlicht eine Notwendigkeit.

Alles stärken was verbindet

Doch Mailänder machte auch Mut. Krisen seien auch eine eine Gelegenheit für mutige Wege. Dafür brauche es Zusammenhalt in der Gesellschaft und Hoffnung, dass es Fortschritte gebe „in der Naturerkenntnis, in technischen Lösungen, in der Zivilisierung von Konflikten durch Demokratie und in der Suche nach neuen Mechanismen der gesellschaftlichen Integration“. Durch solidarisches Handeln komme man gemeinsam durch schwierige Zeiten: „Stärken wir also unbedingt alles, was uns verbindet!“

Nachdem in den vergangenen Jahren keine Neujahrsempfänge stattfinden konnten, spannte Mailänder seinen Rückblick etwas weiter. Er erwähnte die Fertigstellung des Bahnhofsumfeldes als Abschluss der Umgestaltung der Ortsmitte, die Brenzbrücke an der Kronenstraße, den neuen Kindergarten und den sanierten Schulhof, das neue Baugebiet Mühlfeld und noch etliches mehr. Ein Highlight sei die Eröffnung der Hausarztpraxis von Dr. Sebastian Göbel gewesen. Er wisse schon gar nicht mehr, bei wie vielen Neujahrsempfängen er immer wieder seine Hoffnung ausgedrückt habe, dass es irgendwann wieder ärztliche Versorgung vor Ort geben könnte.

Neue Ziele sind schon gesteckt

Als Ziele für dieses Jahr zählte Mailänder die Fertigstellung der Bahnbrücke auf, die Erschließungen im Mühlfeld, den Bau eines Pump-tracks auf dem Kupferschmied und das Multisportfeld bei der Schule. Zudem erfolge die Erschließung des Gewerbegebietes und der Abschluss der Sanierung der Kläranlage.

Ziel bleibe es, den Bürgerinnen und Bürgern ein lebenswertes Umfeld zu bieten. Man müsse sich aber auch intensiv Gedanken machen, wie man in Hermaringen die Themen Reduzierung des Flächenverbrauchs, Erhalt der Artenvielfalt und Ausbau erneuerbaren Energien angehen wolle.

Etwas, das nicht nicht mit Geld zu bezahlen sei, jedoch die die Seele einer Gemeinde ausmache, seien Gemeinschaftssinn und bürgerschaftliches Engagement. Beides funktioniere in Hermaringen hervorragend und sorge für eine gute Lebensqualität. Allen, die dazu beitragen, dankte Mailänder für diese wertvolle Arbeit.

Im Anschluss gab es zahlreiche Ehrungen für sportliche Leistungen und bürgerschaftliches Engagement (Berichte zu den Ehrungen folgen). Die Feier wurde musikalisch umrahmt vom Trio „Heartlights“ und dem jungen Hermaringer Musiker Jonathan Zenker.

Ehrungen für alle


Nach der Neujahrsempfang wegen der Corona-Pandemie in den letzten beiden Jahren nicht stattfinden konnte, ehrte Bürgermeister Jürgen Mailänder dieses Mal auch Sportler, Ehrenamtliche und Jubilare der letzten Jahre.