Nachdem das letzte Konzert der Musikfreunde Hermaringen schon drei Jahre her ist, waren die Besucher des jetzigen Jahreskonzerts in der Güssenhalle sehr gespannt, wie sich die Musikerinnen und Musiker präsentieren würden, zumal in diesem Jahr auch Gäste aus Giengen das Konzert bereicherten.

Die Musikfreunde kooperieren mit der Musikschule Giengen in der Jugendausbildung und so ist das Jugendblasorchester (JBO) der Musikschule der Einladung nach Hermaringen gefolgt. Die Nachwuchsmusiker aus Hermaringen sind im Bläservororchester und im Jugendblasorchester der Musikschule integriert. Der Leiter des Jugendblasorchesters Hannes Färber bezeichnet dies als Win-Win-Situation für Verein und Musikschule.

Die jungen Musiker hatten zahlreiche Medleys mit Soundtracks zu bekannten Filmen und Serien mitgebracht. Schwungvoll ging’s los mit „The Avengers“. Die Superhelden sind zurück – musikalisch treffend interpretiert vom JBO. Bei „Tarzan Soundtrack Highlights“ erkannten Musikkenner schon nach den ersten Tönen die Handschrift von Phil Collins. Für die jungen Musiker und Musikerinnen war das Konzertprogramm eine Herausforderung. Doch Hannes Färber führt sein JBO souverän und mit sicherer Hand. Das zeigte sich bei der Romanze „Guidita“. Besonders das gelungene Klarinettensolo hat die Zuhörer beeindruckt. Musik für alle Generationen hielt das Repertoire bereit und das JBO präsentierte sich in glänzender Spiellaune.

Die Musikfreunde stellten musikalisch fünf berühmte Personen vor. Den Märchenkönig Ludwig II. ließ Timo Dellweg in einem schwungvollen Marsch aufleben. Dann leitete der Hermaringer Dirigent Gerhard Dreher zur Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ über. Die Zuhören konnten die Seeschlachten und Degengefechte des Piratenfilms beim Vortrag der Musikfreunde förmlich spüren.

Vier Sätze aus Peer Gynt

In der nordischen Literatur ist Peer Gynt einer der berühmtesten Helden. Henrik Ibsen hat sein erfolgreiches Gedicht von Edvard Grieg in ein musikalisches Bühnenstück umarbeiten lassen. Aus dem umfangreichen Notenwerk fasste James Curnow vier Sätze aus der ersten Suite zusammen. Der musikalische Bogen mit dem unverkennbaren Stil Griegs spannte sich von der „Morgenstimmung“ bis zum „Besuch beim Bergkönig“.

Mit „Cleopatra“ wurden zwei beeindruckende Persönlichkeiten der Antike vorgestellt. Die strahlende Einleitung stellte Marcus Antonius dar, der folgende sanfte und melodische Abschnitt symbolisierte die ägyptische Pharaonin. Der Mittelteil beschreibt mit einem warmen und intensiven Thema die Liebe zwischen den beiden und mit entschlossener und kriegerischer Stimmung führt das Stück zu seinem dramatischen Ende. Den Musikfreunde gelang es vortrefflich, diese Stimmungen aufleben zu lassen.

Mit der Filmmusik zu „Forrest Gump“ endete ein insgesamt gelungenes gemeinsames Konzert des JBO Giengen und der Musikfreunde Hermaringen.